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Engagierte Wissenschaft
Inwieweit sollten sich Wissenschaftler*innen in öffentliche Debatten einschalten? Was sind Prinzipien „guter“ engagierter Wissenschaft und wo liegen deren Grenzen?

Die Frage, inwieweit Wissenschaftler*innen sich in öffentliche Debatten einschalten sollen, wird auf ganz unterschiedliche Weise beantwortet. In Ländern wie Großbritannien etwa stellen Interaktionen mit der Öffentlichkeit ein Evaluationskriterium exzellenter Wissenschaft dar. Und auch hierzulande sehen einzelne Förderinstitutionen dialogische Kommunikationsformate zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit als Kriterium vor. Andernorts gilt derweil die Devise: „we don’t want to get political“, und engagierte öffentliche Interventionen von Wissenschaftler*innen werden als nicht vereinbar mit dem Ideal der „Desinteressiertheit“ (R. Merton) betrachtet. Offensichtlich gibt es eine Spannung zwischen dem öffentlichen Auftrag an die Wissenschaft, möglichst „objektive“ und „neutrale“ Erkenntnisse zu produzieren auf der einen, und der öffentlichen Artikulation von Positionen wissenschaftlicher Akteure auf der anderen Seite – und zwar selbst dann, wenn diese wissenschaftliche Erkenntnisse zur Grundlage haben.

16. und 17. Juli 2026
Sommerakademie: „Widerständig und interdisziplinär – Ethnographie als epistemische Praxis“
Ethnographisches Forschen hat in den letzten Jahrzehnten weit über die Grenzen der (Europäischen) Ethnologie/Kulturanthropologie hinaus an Bedeutung gewonnen. Heute ist ethnographische Forschung in einer Vielzahl wissenschaftlicher Disziplinen präsent – von der Humangeographie über die Soziologie bis hin zur Rechtswissenschaft. Dabei wird „Ethnographie“ häufig auf ein methodisches Vorgehen – meist die teilnehmende Beobachtung – reduziert oder im Sinne eines methodischen Werkzeugs genutzt. Seltener wird jedoch reflektiert, welche epistemischen Voraussetzungen und Implikationen die ethnographische Forschungspraxis in den verschiedenen Disziplinen mit sich bringt. Durch ihre Involviertheit in die Forschung, sehen sich Ethnograph*innen außerdem immer wieder dem Vorwurf der Parteilichkeit und des Aktivismus ausgesetzt. Ethnographie ist widerständig – sie ist unbequem, macht Unsichtbares sichtbar, ist wissenschaftliche Arbeit jenseits des Elfenbeinturms und daher eine umkämpfte epistemische Praxis. Diese Annahme soll im Rahmen einer Sommerakademie mit Expert*innen diskutieren werden und damit einen Raum für Reflexion schaffen: Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich ethnographische Zugänge in unterschiedlichen disziplinären Kontexten ausgestalten, und was Forschende ausgehend davon über Ethnographie als epistemische Haltung lernen können.
Die Organisator*innen der Sommerakademie sind Helen Ahner, Sarah Klosterkamp und Thorsten Merl.

13.11.2025: Open Lab Abend „Zukunftsvisionen der Wissenschaftskommunikation“
In Kooperation mit dem Futurium begeben sich Mitglieder der Jungen Akademie gemeinsam mit ihren Gäst*innen auf die Suche nach der Wissenschaftskommunikation der Zukunft. Dabei gehen sie der Frage nach, wie sich komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich, spannend und inspirierend vermitteln lassen. Es geht darum, Wissenschaft greifbar zu machen und neue Formate für unterschiedliche Zielgruppen zu erkunden. Das Utopiemobil der Arbeitsgruppe Utopien sowie „Utopie-Kekse“ regen spielerisch zur Reflexion über die Zukunft der Wissenschaftskommunikation an. Die Diskussion wird live von einer Zeichnerin dokumentiert. Zum Abschluss überlegen die Teilnehmer*innen gemeinsam, wie ein Wissenschaft-Projekttag an Schulen aussehen könnte, um Schüler*innen wissenschaftliches Denken und Arbeiten näherzubringen.
Der Open Lab Abend richtet sich an alle, die sich für Wissenschaftskommunikation, Bildung und Schule interessieren. Alle Informationen zur Veranstaltung sind hier zu finden.
Wissen kommunizieren
Wie sollen Wissenschaftler*innen in der Öffentlichkeit kommunizieren? Wie sollen sie die Unterschiede zwischen gesicherter Evidenz und Unsicherheiten vermitteln? Wie weit dürfen sie ihre Position nutzen, um Einfluss auf gesellschaftliche Debatten und politische Entscheidungen zu nehmen?
Mitglieder der AG Engagierte Wissenschaft suchen im Projekt „Wissen kommunizieren“ nach Antworten auf diese und weitere Fragen. Ein Ziel des Projekts war es, eine Leitlinie für kommunizierende Forscher*innen zu erarbeiten, die dabei hilft, kompetent, selbstbewusst und reflektiert in der Öffentlichkeit zu kommunizieren. Diese Publikation ist seit Herbst 2024 verfügbar und steht hier zum Download bereit: „Wissen kommunizieren: Leitpunkte aus der Jungen Akademie“
Podcast „wissen – handeln?“
Müssen sich Wissenschaftler*innen jenseits akademischer Diskurse in öffentliche Debatten oder politische Entscheidungsprozesse einbringen? Wenn ja, weshalb ist das so und in welcher Form können sie sich gesellschaftlich engagieren?
In ihrer Podcastreihe „wissen – handeln?“ laden die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Engagierte Wissenschaft“ der Jungen Akademie Wissenschaftler*innen von großer Sichtbarkeit zum Gespräch über ihre Motivation und Erfolge, aber auch über die Herausforderungen, Gefahren und Grenzen einer „engagierten Wissenschaft“ ein.
Wissenschaft – Engagement – Autorität
Aus der AG Engagierte Wissenschaft ist das Projekt „Wissenschaft – Engagement – Autorität“ entstanden. Das Projekt wird untersuchen, wie Hochschulen und Wissenschaftler*innen sich engagieren und in welchem Verhältnis dies zu (ihren) Forschungsergebnissen steht. Außerdem soll analysiert werden, wie von Seiten der Gesellschaft auf dieses Engagement reagiert wird bzw. inwiefern dem engagierten Einsatz Autorität zukommt.
Das Projekt widmet sich diesem Erkenntnisinteresse explorativ, indem es das öffentliche Engagement von Wissenschaftler*innen auf X (ehemals Twitter) ebenso wie die Reaktionen darauf in den Blick nimmt. Ziel des Projekts ist eine mit interaktiven Grafiken aufbereitete Publikation in Form einer Website.
Aktivitäten
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Open Lab Abend im Futurium: Zukunftsvisionen der Wissenschaftskommunikation
In Kooperation mit dem Futurium begeben sich Mitglieder der Jungen Akademie gemeinsam mit ihren Gäst*innen auf die Suche nach der Wissenschaftskommunikation der Zukunft.
Themen:
- eventBeginsOn
- 13.11.25
- eventEndsOn
- 13.11.25
Veranstaltungszugang: öffentlich
Workshop Futurium Lab
Alexanderufer 2
10117 Berlin17:00 — 20:00
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Engagiert gegen Rassismus
Wissenschaft trifft Aktivismus
Was kann die Wissenschaft von Aktivist*innen lernen?
Themen:
- eventBeginsOn
- 05.07.24
- eventEndsOn
- 06.07.24
Veranstaltungszugang: öffentlich
Universität Greifswald & Katapult-Verlag
15:00 — 13:00
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Podcastreihe „wissen – handeln?“
In welchen Formen können und sollen sich Wissenschaftler*innen jenseits akademischer Diskurse gesellschaftlich engagieren und in öffentliche Debatten oder politische Entscheidungsprozesse einbringen? Darüber sprechen die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Engagierte Wissenschaft“ in ihrer neuen Podcastreihe mit Wissenschaftler*innen von großer Sichtbarkeit.
Themen:
- date
- 26.01.22
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