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Streitkulturen

Die Arbeitsgruppe

Wissenschaft heisst Debatte. Was lange eine Selbstverständlichkeit war, die in Preisverleihungsreden und Universitätsjahrbüchern beschworen, aber nie wirklich auf die Probe gestellt wurde, steht nun plötzlich in Frage - oder bedarf zumindest einer Neuinterpretation. Denn die Veränderungen der Debattenkultur, die derzeit das politische System erschüttern, erfassen auch die Wissenschaft.

Die AG Streitkulturen befasst sich vor diesem Hintergrund mit der Rolle der Wissenschaft im gesellschaftlichen Diskurs. Was bedeutet es, wenn Expertise und wissenschaftliche Analyse keine selbstverständliche Autorität mehr beanspruchen können, sondern sich zunehmend einer ähnlichen Form von Elitenkritik ausgesetzt wie Journalismus oder Politik? Fehlen heute große intellektuelle Figuren in der Öffentlichkeit, die Einfluss auf politische Debatten nehmen würden? Und wie ließe sich das ändern?

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Daneben beschäftigt sich die AG aber auch mit der Frage, wie in der Wissenschaft selbst gestritten wird. Schließlich unterscheiden sich die Kulturen des Streits in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen erheblich. Außerdem finden auch wissenschaftliche Debatten zunehmend in den sozialen Medien statt, die eine viel schnellere, schärfere und stärker zugespitzte Kommunikation ermöglichen. Wie kann unter diesen Bedingungen der Streit um das bessere Argument geführt werden kann, ohne dass bleibende Verletzungen entstehen? Und gibt es so etwas wie eine Ästhetik des Streitens?

Die Diskursformen in der Wissenschaft und in der Gesellschaft sind also im Wandel. Die AG versucht diesen Wandel zu verstehen und Impulse dafür zu entwickeln, wie er gestaltet werden kann.

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