Wir waren nie nur Mensch

Wie lässt sich Welt und Wirklichkeit jenseits eines humanistischen und anthropozentrischen Blicks denken?

Abstrakte Komposition aus sich überlappenden organischen Formen und Linien in Hellgelb, Rosa und Grau auf weißem Hintergrund, akzentuiert durch tiefschwarze Elemente: Silhouetten von Ästen, eine handähnliche Umrissform unten rechts, strukturierte graue Kleckse und vereinzelte kleine Markierungen.
Illustration: Anne Rosinke, 2026

Einführung der AG „Posthumanes, Mehr-als-Menschliches und Nicht-Menschliches“

Der Titel dieser Ausstellung enthält eine Herausforderung: Wir waren nie nur Mensch. Auf den ersten Blick scheint das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité ein Ort zu sein, an dem genau das Gegenteil der Fall ist: Es zeigt Präparate, Instrumente und Sammlungsobjekte, die über Jahrhunderte dazu dienten, den menschlichen Körper zu untersuchen, zu verstehen und in den Mittelpunkt zu stellen. Es scheint ein Museum des anthropozentrischen Blicks.

Auf den zweiten Blick aber erzählen dieselben Objekte eine andere Geschichte: von Beziehungen, die den Menschen nie als isoliertes Wesen zeigen, sondern als Knotenpunkt vielfältiger Bezüge.

Kuratorische Einführung

Der Titel Wir waren nie nur Mensch fragt nach der Gegenwart und dem Menschlichen – im Sinne des Posthumanen. Er beschreibt eine Suchbewegung entlang der Grenzen dessen, was wir als menschlich verstehen. Was waren wir sonst noch? Und was können wir noch sein? Wer ist „wir“? Wo beginnt und endet das Menschliche, und wo beginnt das Posthumane?

Im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité, in dessen Zentrum der Mensch mit Organen und Körperfunktionen, seiner Gesundheit und seinen Krankheiten steht, wirkt die interventionistische Ausstellung Wir waren nie nur Mensch zunächst wie ein Widerspruch, versteht sich in diesem Kontext jedoch als Erweiterung. Das Museum ist mehr als nur ein Ausstellungsort: Es ist ein Gegenüber.

Künstler*innen und Wissenschaftler*innen

Sonja Bäumel + Eddie Bolger + Janina Krepart + Birgit Nemec + Jules Sturm, Stefanie Büchner + Jannis Hergesell + Malte Weber, Maciej Chmara + Anna Rosinke, Radin Dardashti + Tabea Gandelheidt + Sarah Kim-Hellmuth, Benedikt Hartl (Opposite Office), Anne Hemkendreis + Hannimari Jokinen, Rona Kobel, Jakub Limanowski, Senem Gökçe Oğultekin + Levent Duran, Philipp Pilhofer, Philipp Rothemund, Lea Luka Sikau + Denisa Půbalová + Denis Polec + Amos Peled

Idee: Maciej Chmara, Radin Dardashti, Anne Hemkendreis, Sarah Kim-Hellmuth, Birgit Nemec
Kuration: Adrian Notz, Jenny Wolka
Design: Lukas Henneberger, Anna Rosinke, Michal Pecko
Szenografie: Lukas Henneberger, Maciej Chmara

Termine

  • 29.10.2026, 19:00 Uhr: Vernissage

    Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
    Hörsaalruine
    10117 Berlin

  • 05.11.2026, 13:00 Uhr: Tandem-Führung
    Nathalie Stelmach (Berliner Medizinhistorischen Museum) und Künstler und Designer Maciej Chmara (Die Junge Akademie) führen gemeinsam durch die Ausstellung.

    Die Tandem-Führung ist Teil der Berlin Science Week.

    Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
    Charitéplatz 1
    10117 Berlin

  • 07.11.2026, 17:00 Uhr: Tandem-Führung
    Nathalie Stelmach (Berliner Medizinhistorischen Museum) und Künstlerin Rona Kobel (Die Junge Akademie) führen gemeinsam durch die Ausstellung.

    Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
    Charitéplatz 1
    10117 Berlin

Sprecher*innen

beteiligte Mitglieder

beteiligte Alumni / Alumnae

Aktivitäten