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Posthumanes, Mehr-als-Menschliches und Nicht-Menschliches
Müssen in einer Welt, in der das Menschliche durch ökologische Krisen und technische Innovationen zunehmend in Frage gestellt wird, Kategorien von Bewusstsein, Subjektivität und Intelligenz neu verhandelt werden?

In unserer heutigen Gesellschaft ist der Mensch fragwürdig geworden. Dies zeigt sich schon in der regelmäßigen Aufforderung zur Bestätigung des eigenen Menschseins („I am not a robot“) bei der Nutzung diverser Internetplattformen oder aber der digitalen Revolution durch neue KI-Software. Möglicherweise sind wir schon längst in einer posthumanen Epoche angekommen. Das Posthumane ist als sogenannter Umbrella-Term einerseits ein Bestimmungsmerkmal der Gegenwart; andererseits dient es als eine Figur der (historischen) Bewältigung und als Horizont (dystopischer) Zukunftsentwürfe.
Das Posthumane ist eine historische Bezeichnung, aber auch eine theoretische und ästhetische Figuration. Mary Shelleys Roman „Frankenstein oder Der neuer Prometheus“ (1819) ist beispielsweise eine ästhetische Reaktion auf ein verändertes Klima, das durch den Ausbruch des Vulkans Tambora 1815 ausgelöst wurde. Heute erforscht die Humangenetik den Baukasten des menschlichen Lebens. Ihre wissenschaftlichen Fortschritte – vor allem die, die mit dem Eingriff in das menschliche Erbgut verbunden sind – scheinen besonders schnell das Bild von Frankenstein und die Frage, ob wir Menschen „Gott spielen“, in der Gesellschaft hervorzurufen.
Das Posthumane wirkt polarisierend, indem es sowohl Schrecken als auch Faszination auslöst. Posthumane Theorien und posthumane Kunst sind eine Reaktion auf Zeiten ökologischer und sozialer Katastrophen sowie technischer und digitaler Revolutionen. Sie kritisieren den anthropozentrischen Exzeptionalismus als Erbe der Aufklärung und fragen danach, wie im anthropozänen Zeitalter der hochtechnologischen Vermittlung und ökologischen Katastrophe Wissen generiert und vermittelt wird.
Die AG erforscht das Posthumane, Mehr-als-Menschliche und Nicht-Menschliche in seiner zeitlichen Dichte. Dabei werden historische Perspektiven, gegenwärtige Dringlichkeiten und zukünftige Gedankenexperimente gleichermaßen berücksichtigt.

29.10.2026-20.06.2027
Die Arbeitsgruppe „Posthumanes, Mehr-als-Menschliches und Nicht-Menschliches“ präsentiert im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité künstlerische und wissenschaftliche Projekte, die eigens als ortsspezifische Eingriffe in und Reaktionen auf die Sammlungen, Räume und Geschichte des Museums entstanden sind. Die Arbeiten spekulieren aus künstlerischer, wissenschaftlicher, manchmal aus beiden Perspektiven darüber, was es bedeutet, Welt und Wirklichkeit jenseits eines humanistischen und anthropozentrischen Blicks zu denken.
Künstler*innen und Wissenschaftler*innen: Sonja Bäumel + Eddie Bolger + Janina Krepart + Birgit Nemec + Jules Sturm, Stefanie Büchner, Maciej Chmara + Anna Rosinke, Radin Dardashti + Sarah Kim-Hellmuth, Benedikt Hartl (Opposite Office), Anne Hemkendreis + Hannimari Jokinen, Rona Kobel, Jakub Limanowski, Senem Gökçe Oğultekin + Levent Duran, Philipp Pilhofer, Philipp Rothemund und Lea Luka Sikau + Denisa Pubalova + Denis Polec + Amos Peled.
Kuration: Adrian Notz und Jenny Wolka
Design: Lukas Henneberger, Anna Rosinke und Michal Pecko
Szenographie: Lukas Henneberger und Maciej Chmara
Aktivitäten
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Eröffnung Ausstellung „Wir waren nie nur Mensch“
Zwölf Spekulationen über das Posthumane, Mehr-als-Menschliche und Nicht-Menschliche – Die Junge Akademie ist zu Gast im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité
Themen:
- eventBeginsOn
- 29.10.26
Veranstaltungszugang: öffentlich
Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
Charitéplatz 1
10117 Berlin19:00
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Ausstellung „Wir waren nie nur Mensch“
Zwölf Spekulationen über das Posthumane, Mehr-als-Menschliche und Nicht-Menschliche – Die Junge Akademie ist zu Gast im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité
Themen:
- eventBeginsOn
- 29.10.26
- eventEndsOn
- 20.06.27
Veranstaltungszugang: öffentlich
Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
Charitéplatz 1
10117 Berlin
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