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Zwei Kulturen der Wissenschaften

Die Arbeitsgruppe

Es gehört zu den Grundannahmen über Wissenschaft in der Moderne, dass sie in „zwei Kulturen“ zerfällt, die sich mehr oder weniger wortlos gegenüberstehen: die Geistes- und die Naturwissenschaften. Dabei ist diese Unterscheidung verhältnismäßig jung - sie datiert ins neunzehnte Jahrhundert - und erweist sich in der wissenschaftlichen Praxis als weit weniger selbstverständlich als es den Anschein hat.

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Die AG Zwei Kulturen widmet sich der Geschichte und Gegenwart der „zwei Kulturen“. Sie untersucht, welche Rolle die Unterscheidung für das Selbstverständnis der Akteure spielt, welche sozialen und fachstrategischen Funktionen sie erfüllt und in welchem Verhältnis sie zur wissenschaftlichen Praxis steht. Die AG trägt so auch zu einer differenzierten Sicht auf Interdisziplinarität bei. Angesichts der allseitigen Forderung nach interdisziplinärer Forschung erscheint eine Diskussion ihrer Grundlagen wünschenswerter denn je. Welche Hürden bringen verschiedene disziplinäre Konstellation mit sich? Ist es in der Regel aufwendiger, eine gemeinsame Sprache für die Zusammenarbeit zu finden, wenn Geistes- und NaturwissenschaftlerInnen beteiligt sind? Diese Fragen sollen hier kritisch reflektiert und in diversen Arbeitsformen diskutiert werden.

2018: Vortrag und Diskussion mit Peter Burke

Auf Einladung der AG „Zwei Kulturen der Wissenschaft“ hielt der Kulturhistoriker Peter Burke am 12. Oktober 2018 im ICI Berlin einen Vortrag zur Figur des Universalgehlehrten. Anschließend fand eine Diskussion statt.

Im Vortrag „A cultural history of polymaths from the Renaissance to the present (from Leonardo to Umberto Eco)“ beleuchtete der Kulturhistoriker Peter Burke die Figur des Universalgelehrten und dessen Überleben. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts bildeten sich an den Universitäten mehr und mehr Fachbereiche mit ihrer jeweiligen Spezialisierung heraus. Dies bedeutete aber mitnichten das Ende des Universalgelehrten. Ganz im Gegenteil – wie Peter Burke zeigte. Der Polymath, oder Universalgelehrte, stellt einen Gegenentwurf zur Spezialisierung der Wissenschaften dar.

Peter Burke ist Professor Emeritus für Cultural History an der University of Cambridge und Fellow am Emmanuel College. Er gilt als einer der bedeutendsten Kulturhistoriker weltweit. Er veröffentlichte mehr als 20 Bücher und rund 200 Artikel, die in über 30 Sprachen übersetzt wurden. Außerdem hat er ebenso bahnbrechende wie grundlegende Werke zur italienischen und europäischen Renaissance und zur Inszenierung des Sonnenkönigs Louis XIV vorgelegt. Seit einigen Jahren beschäftigt er sich ausführlich mit Fragen der Mediengeschichte und Wissenssoziologie.

Die Veranstaltung wurde von der Jungen Akademie gemeinsam mit dem ICI Berlin und dem Wagenbach Verlag organisiert.

Abschlussbericht

Für alle Fotos gilt folgender Bildnachweis: Die Junge Akademie/Peter Himsel

 
 
 
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