Visualisierung – schaffen Bilder Wissen?

Ausgabe #14

Magazin

Evelyn Runge (Hrsg.)
23.10.12

„Geistiges Eigentum ist das Öl des 21. Jahrhunderts“, sagte Mark Getty, Gründer der Fotoagentur Getty Images. Die Agentur gehört längst nicht mehr ihm, er und Vorstandschef Jonathan Klein sind an der Firma beteiligt. Im August 2012 ging die Fotoagentur für 3,3 Milliarden Dollar an die US-Beteiligungsgesellschaft Carlyle.

Die vorliegende Ausgabe des Junge Akademie Magazins beschäftigt sich im Dossier mit Visualisierung. Wie werden in der Wissenschaft Dinge dargestellt, die zu klein sind, um sie zu sehen? Wie konstruieren Naturwissenschaftler die Welt der Teilchen, auch aus didaktischen Gründen? Wie kombinieren sie Messdaten, um ein Bild aus dem Inneren einer Galaxie zu machen? Gibt es einen guten und einen schlechten Umgang mit Bildern, etwa in der Mediävistik? Wo liegen die Grenzen der Visualisierbarkeit, auch in der Kunst? Wie Wissenschaftler Daten visualisieren, kann ihre weitere Forschung beeinflussen, inhaltlich ebenso wie in ihrer Karriere.

Visuelle Erzeugnisse – in den Medien, in der Wissenschaft, in der Kunst – sind gefragter denn je. Und zugleich stehen sie unter Druck: Im Falle der Fotoagenturen gibt seit Jahren Konkurrenz zu hochpreisigen Agenturen; sogenannte Microstockagenturen verkaufen Laienfotografien im Cent-bereich. Fotoagenturen sind zugleich Archive, und Archive weisen nicht immer die richtigen Quellen aus: Die Entstehungsgeschichte eines Bildes und die heutige Verwendung können dekontextualisiert sein – und somit zu falschen Schlüssen verleiten. Auch das ist ein Thema in unserem Schwerpunkt.

Welche Rolle spielt schließlich die Digitalisierung dabei? Das Internet gilt als großes Archiv, doch ob nicht gerade die Gegenwartskultur und Medienkunst vom Verlust bedroht sind, fragt Oliver Grau, Alumnus der JA, in seinem Gastbeitrag.

Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen im Namen des Redaktionsteams
Evelyn Runge

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