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Kunst als Forschung

Die Arbeitsgruppe

Dass Künste Erkenntnisgewinn erzeugen können ist bekannt. Dennoch wird viel diskutiert, ob künstlerische Praktiken als Forschung bezeichnet werden können, oder nicht. Eine grundlegende Frage in dieser Arbeitsgruppe ist daher die nach dem Verhältnis von Kunst und Wissenschaft: Worin bestehen die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen künstlerischen und wissenschaftlichen Praktiken? Wer entscheidet, welche Praktiken des Experimentierens, des Entdeckens und der Kritik als "künstlerisch" und welche als "wissenschaftlich" gelten? Welche Regeln des Argumentierens, Beweisens und Bezweifelns gelten auf den unterschiedlichen Feldern von Kunst und Wissenschaft? Können beide Seiten von den Forschungspraktiken der jeweils anderen Seite profitieren und sich gegenseitig inspirieren? Was könnten geeignete Strukturen und Sprachen eines solchen Austauschs sein?

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Angesichts von bestehenden Angeboten zur Promotion in der Kunst (Dr. phil in art, Doctor of Arts, Doctor in Practice) muss davon ausgegangen werden, dass zumindest an den entsprechenden Kunsthochschulen und -universitäten künstlerische Forschung praktiziert wird. Vor diesem Hintergrund untersucht die AG Kunst als Forschung auch die noch junge Geschichte der Institutionalisierung von künstlerischer Forschung in Deutschland.

Die Arbeitsgruppe berührt insofern grundsätzliche Fragen sowohl des Kunst- als auch des Wissenschaftsbegriffs und versteht sich explizit als Plattform, um diesen Austausch zwischen Künstlern und Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen zu ermöglichen und zu fördern.

2017/2018: Projekt „VR-Audio“

Im Projekt „VR‐Audio“ erarbeiten Miriam Akkermann und Christian Stein eine erste Version für ein akustisches Virtual–Reality‐Spiel, das mit dem Verhältnis von Raumakustik und -visualität experimentiert. Ziel ist es herauszufinden, ob es möglich ist, mit VR-Technologie und 360°-Audio die Umgebung so realistisch abzubilden, dass bewusstes Hören verbessert werden kann.

Virtual Reality ist längst nicht mehr nur eine weitere attraktive Möglichkeit in der Entwicklung von Computerspielen. Auch in Forschungsbereichen wie Psychologie und Kognitionswissenschaft werden derartige Technologien wichtiger, bieten sie doch zahlreiche neue Möglichkeiten - zum Beispiel bei der Entwicklung neuer Lernmethoden oder für neue Ansätze in der Psychotherapie.

Noch nicht erforscht ist die große Bandbreite an Optionen innerhalb audio-visueller Projekte, die sich explizit auf den Bereich Audio von VR-Anwendungen konzentrieren. Aus unserem täglichen Leben wissen wir, dass unsere räumliche Orientierung von den Dingen, die wir hören, beeinflusst wird. Aus Filmstudien wissen wir, dass Audio dazu beitragen kann, dass Eintauchen in audiovisuelle Werke zu steigern.

In unserem Projekt fragen wir, ob es möglich ist, mit VR-Technologie und 360°-Audio die Umgebung so realistisch abzubilden, dass sich Computerspiele entwickeln lassen, mit denen das Gehör trainiert werden kann. Die Film- und Tonaufnahmen wurden auf Plätzen und in Gebäuden in Berlin und Bayreuth erstellt. Für die Tonaufnahmen wurde ein an der TU Berlin entwickeltes Mikrofon verwendet. In jedem Level des Spiels müssen die SpielerInnen Wahrnehmungsaufgaben lösen, wie zum Beispiel Richtung des Tons und Filmaufnahme korrekt verknüpfen. Das Spieldesign soll motivieren und unterhaltsam sein. Gleichzeitig schulen die TeilnehmerInnen ihre auditive Wahrnehmung.

Basierend auf diesem Spiel, das sich derzeit in der Entwicklung befindet, werden Fragen behandelt, die über das bloße Spiel hinausgehen:

Was kann und soll mit räumlichem Audio im Bereich VR erreicht werden?
Wie lässt sich die Raumwahrnehmung durch Ton und Bild in VR beeinflussen?
Wie kann VR für Training und Wissenstransfer genutzt werden?

2017: Projekt „Sorgenfrei 1“

Die AG Kunst als Forschung und die sch wa nk hal le führten 2017 das künstlerisch-wissenschaftliche Projekt "Sorgenfrei 1" durch. Dazu wurden Künstler*innen und Wissenschaftler*innen aufgerufen, sich für die Zwischennutzung eines leerstehenden Wohnhauses auf dem Gelände des Klinikums Bremen Mitte zu bewerben.

Der Name des Projektes rührt von der Lage des Projekt-Ortes: Mitten im Hulsberg-Viertel steht das Haus mit der Anschrift Sorgenfrei 1, das bis vor wenigen Jahren von Angestellten des Klinikums Bremen Mitte bewohnt wurde. Sorgenfrei ist eine kleine, ruhige Straße mit nahezu dörflichem Charakter. Ihr Name zeugt davon, dass Familien hier günstig Eigentumshäuser erwerben und somit sorgenfrei leben konnte. In der Nachbarschaft finden sich je nach Blickrichtung die Straße Am Schwarzen Meer beziehungsweise eine Grünfläche auf dem Gelände des Klinikums. Gleich nebenan die Pathologie, eine Recycling Station und ein Übergangswohnheim. Also ein Umfeld, in dem von Sorgenfreiheit kaum die Rede sein kann.

Das Haus Sorgenfrei 1 umfasst rund 13 Zimmer auf vier Etagen und trägt noch die Spuren der letzten Bewohner*innen, wie beispielsweise eine umfassende Bierdeckelsammlung. Hier fanden zwischen März und Juni 2017 zahlreiche Interventionen von Künstler*innen und Wissenschaftler*innen statt. Gefragt wurde nicht nur nach dem Wechselverhältnis von Mensch und Raum oder Vergangenheit und Zukunft angesichts eines Stadtviertels im Umbruch, sondern auch nach den mit dem Gebäude und Gelände verbundenen Geschichten, Erinnerungen, Bedeutungen und Utopien.

Informationen zu den einzelnen Projekten (pdf)
Abschließende Publikation (pdf)

2015: Vorgestellte Institutionen/Performing Institutions

Zweisprachig dt./engl.
ca. 240 Seiten, ca. 72 S. Farbbildteil
Klappenbroschur
ca. 19€
ISBN 978-3-89581-347-4
Erscheint Januar 2015
Alexander Verlag Berlin

Was macht eine Institution aus? Künstler/innen, Kurator/inn/en und Wissenschaftler/innen diskutieren welche Aufgaben Institutionen erfüllen und welcher Kritik sie zu unterziehen wären. Und: wie Institutionen anders gedacht werden könnten. Sie beziehen sich auf Beispiele der Architektur, der Bildenden Kunst und der Rechtswissenschaft und fragen nach einer Tradition der Institutionskritik in den Darstellenden Künsten. "Vorgestellte Institutionen" versammelt Auszüge dieser Gespräche und kombiniert sie mit Szenenbeschreibungen und Archivmaterialien des herausgebenden Künstler-Duos Herbordt/Mohren. Es entsteht ein vielschichtiges Künstlerbuch über Voraussetzungen, Ziele und notwendige Aktualisierungen von Institutionen.

„Vorgestellte Institutionen“ ist aus der Arbeitsgruppe ‚Kunst als Forschung‘ der Jungen Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldinahervorgegangen. Grundlage der Publikation bildete die Gesprächsreihe ‚Performing Institutions‘ derselben AG, die jeweils als Teilprojekt im Rahmen der Inszenierungen ‚Die Institution‘ und ‚Die Aufführung‘ von Herbordt/Mohren stattfand. Mit freundlicher Unterstützung des Exzellenzclusters ‚Kulturelle Grundlagen von Integration‘ der Universität Konstanz.

Mit Beiträgen von Annemarie Matzke, Bernhard Herbordt, Melanie Mohren, Emanuel V. Towfigh, Florian Malzacher, Hans-Werner Kroesinger, Iris Dressler, Jan-Philipp Possmann, Jean-Baptiste Joly, Jens Badura, Katja Diefenbach, Knut Ebeling, Marcell Mars, Martin Nachbar, Martina Grohmann, Matthias Warstat, Maximilian Haas, Michl Schmidt, Natascha Siouzouli, Pirkko Husemann, Sandra Umathum, Stefan Apostolou-Hölscher, Steve Valk, Suresh Kumar, Ursula Achternkamp, Vesna Vucovic und einem Vorwort von Esther Boldt.

Grafische Gestaltung: Demian Bern

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2014: Institutionen auf Probe - Testing Institutions

Die Tagung "Institutionen auf Probe - Testing Institutions" fand vom 14. bis 16. November 2014 in der Stiftung Universität Hildesheim, Domäne Marienburg statt.

Glossary
Programm

2014: Symposium „Zum Brüllen!“

Das interdisziplinäre Symposium über das Lachen fand am 2. und 3. Mai 2014 im Kammermusiksaal und Pina-Bausch-Theater der Folkwang Universität der Künste, Essen statt. Mitglied Gordon Kampe organisierte das Symposium mit Konzert und ist Herausgeber der Abschlusspublikation „Zum Brüllen!“.

Programm (pdf)
Beitrag der Folkwang Universität der Künste
Abschlusspublikation „Zum Brüllen!“ beim Verlag Olms Weidmann

2013: Performing Institutions

Die Werkstattgespräche ‚Performing Institutions‘ nehmen das durch globalisierte Öffentlich­keiten veränderte Gemeinwesen zum Anlass, seine Institutionen zu be- und zu hinterfragen. Institutionenformende Strategien, Institutionen im Übergang, ihre immanente Überschreitung sowie das Verhältnis von Institution, Öffentlichkeit und Gesellschaft werden untersucht, disziplinen-übergreifend werden Fallbeispiele analysiert und der seit den 1960er-Jahren überwiegend in der bildenden Kunst geführte institutionenkritische Diskurs auch im Theater als Institution und Kunstform verankert.  

Welche Institutionen dienen welchem Gemeinwohl? Durch welche notwendigen Aktualisierungen können welche Zielsetzungen aufrecht erhalten werden? Welche konkreten, anderen Entwürfe des Einrichtens von und in Gemeinwesen sind denkbar? 

‚Performing Institutions #4‘ diskutiert an drei Abenden und im Rahmen von ‚Die Aufführung‘: Was tun? Angesichts sich kontinuierlich vaporisierender Gemeinschaftsstrukturen stehen vor allem auch deren Institutionen auf dem Prüfstand. Anhand der Sektionen Theater, Politik, Gesellschaft werden beispielhaft Institutionen untersucht und mögliche Aktualisierungsstrategien diskutiert. Beteiligt sind Künstler/innen und Wissenschaftler/innen gleichermaßen. Rahmengebender Gastgeber der Veranstaltung ist das Performanceprojekt ‚Die Aufführung‘, das seinerseits an einer Aktualisierung theatraler Präsentationsformate arbeitet. 

Die Veranstaltungsreihe ‚Performing Institutions‘ findet in verschiedenen Städten statt und ist eine Veranstaltung der AG Kunst als Forschung / Die Junge Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, initiiert von Melanie Mohren und Bernhard Herbordt, koordiniert von Juliane Beck.

Die Aufführung

2013: Die Berliner Weltverbesserungsmaschine

Über die Ausstellung

Die Ausstellung bot eine kritische Rekonstruktion der einst vom preußischen Staat geplanten, aber niemals vollendeten Weltverbesserungsmaschine, die durch die Zusammenführung bestimmter Kunstwerke und Artefakte eine mächtige Kraft freisetzen sollte.

Seit dem 17. Jahrhundert gibt es in verschiedenen europäischen Metropolen den geheimen Plan, eine Weltverbesserungsmaschine zu errichten. Diese basiert auf der Annahme, dass die richtige Anordnung von bestimmten Kunstwerken und Artefakten in einer architektonischen Superform eine mächtige Kraft freisetzen würde. Die Idee beflügelte absolutistische Machtphantasien genauso wie aufklärerische Weltverbesserungsansprüche.

Auch der preußische Staat wollte im europäischen Wettbewerb nicht zurückstehen und gründete deshalb die Akademie der Künste (1696), die Akademie der Wissenschaften (1700) und später die Königlichen Museen zu Berlin (ab 1830). Ihre primäre Aufgabe war der Bau der Maschine. Die Akademien widmeten sich der wissenschaftlichen und künstlerischen Forschung, die Museen sammelten die als notwendig erachteten Bauteile. Als im ausgehenden 19. Jahrhundert die Arbeiten an der Weltverbesserungsmaschine abgebrochen wurden, geriet das Geheimprojekt in Vergessenheit.

Nun wird diese historische Weltverbesserungsmaschine kritisch rekonstruiert. In den Berliner Sammlungen werden 70 Artefakte, die Bestandteile der Maschine sein sollten, durch ergänzende Exponattexte markiert. Eine Schatzkarte führt den Besucher zu den Objekten im Ägyptischen Museum, in der Alten Nationalgalerie, in der Antikensammlung, im Deutschen Historischen Museum, im Ethnologischen Museum, in der Gemäldegalerie, im Hamburger Bahnhof, im Museum Berggruen, im Museum für Naturkunde, im Museum für Vor- und Frühgeschichte, in der Neuen Nationalgalerie, in der Sammlung Scharf-Gerstenberg, in der Skulpturensammlung, im Museum für Byzantinische Kunst sowie im Vorderasiatischen Museum.

Der Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart - Berlin zeigt zudem ein zehn Meter hohes pyramidenförmiges Modell der Weltverbesserungsmaschine. Im Merve Verlag erscheinen zwei begleitende Publikationen.

2009 - 2012: Salon Kunst + Wissenschaft

Juni 2009: "1. Salon Kunst + Wissenschaft"

In Kooperation mit der Akademie der Künste (Berlin) veranstaltete die Arbeitsgruppe im Juni 2009 in Berlin ihren "1. Salon Kunst + Wissenschaft". Zusammen mit internationalen Gästen widmete sich die Arbeitsgruppe aus zwei unterschiedlichen Perspektiven – einer historischen und einer aktuell projektbezogenen – folgenden Fragen: Wird Kunst wissenschaftlich?

Wird Wissenschaft künstlerisch? Was passiert, wenn die Systeme Kunst und Wissenschaft hybrid werden? Was bedeutet das für ihre gesellschaftlichen Funktionen? Und welche Rolle spielen Impulsgeber aus Politik und Wirtschaft, die über Bildungsreformen und Technologieförderung ihre Interessen geltend machen? Eröffnet die Übernahme von Funktionen in der Forschung Alternativen zur Verwertung auf dem Kunstmarkt? Inwieweit wird eingelöst, was die Projekte unter dem Vorzeichen der Interdisziplinarität anstreben – die Erschließung neuer Formen von Erkenntnisgewinn und -vermittlung, von Wissen außerhalb akademischer Grenzen?

Programm

November 2009: "2. Salon Kunst + Wissenschaft"

Der "2. Salon Kunst + Wissenschaft" mit dem Titel "KlimaKunstForschung" fand am 22. November 2009 in der Akademie der Künste in Berlin statt. Dabei ging es um Klimawandel und Ressourcenkonflikte als globale Phänomene, die die Weltgesellschaft grundlegend verändern. Diskutiert wurde darüber, welche Überschneidungen gibt es von künstlerischen und wissenschaftlichen Praktiken bei diesen Themen gibt.

Programm

Juli 2011: "3. Salon Kunst + Wissenschaft"

Im "3. Salon der Kunst + Wissenschaft" am 1. Juli 2011 in der Berliner Akademie der Künste wurde das Buch "Klimakunstforschung" vorgestellt. Zudem präsentierte der amerikanische Konzeptkünstler Mel Chin seine Projekte "Revival Field" und "Operation Paydirt" vor, für die er mit Wissenschaftlern kooperierte, um Böden von Schwermetallen zu reinigen. Anschließend diskutierten Mel Chin, Florian Dombois und Tue Greenfort mit den Herausgebern Friedrich von Borries, Christian Hiller und Wilma Renfordt.

Programm

Oktober 2011: "4. Salon Kunst + Wissenschaft: Störungen"

Im "4. Salon Kunst + Wissenschaft: Störungen" am 14. Oktober 2011 in der Berliner Akademie der Künste stellten sich Dirk Baecker, Friedrich von Borries, Julian Gutt, Anke Jentsch, Markus Popp und Christian Schneegass die Fragen: Welche Einflüsse haben Störungen auf die Dynamik komplexer Systeme? Wie ist der Umgang mit dem Unerwarteten, mit Unsicherheiten und mit Extremereignissen? Können Vor- und Rahmenbedingungen gestaltet werden?

Programm

Oktober 2012: "5. Salon Kunst + Wissenschaft: Archive"

Als materieller Speicher stehen Archive für jene Orte, an denen Objekte, Texte, Gedanken und Träume aufbewahrt werden. Sie sind mit Vorstellungen des Bewahrens, der Wertschätzung, der Sorge verknüpft, die positiv konnotiert sind. Doch Archive haben auch dunkle Seiten, denn sie setzen Unterscheidungen wie wichtig/belanglos, heilig/profan, dauerhaft/vergänglich, wertvoll/wertlos voraus. Wer entscheidet darüber, was aufbewahrt wird? Und bei wem liegt die Macht, den Zugang zum Archiv zu gewähren oder zu verweigern?

Der Salon fand am 20./21. Oktober 2012 in Erlangen statt. Mit Lindy Annis, Stephan Günzel, Herbordt/Mohren, Evelyn Runge, Janine Schulze, Herbert Stattler und weiteren Mitgliedern der Jungen Akademie sowie Mitarbeiter/innen des Instituts für Theater- und Medienwissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

2011: Klimakunstforschung

Friedrich von Borries/Christian Hiller/Wilma Renfordt (Hg.)

Der Klimawandel bringt die Wissenschaft an ihre Grenzen. Hybride Projekte zwischen Kunst und Wissenschaft, wie sie in jüngerer Zeit vermehrt zu beobachten waren, offenbaren vor diesem Hintergrund eine ungeahnte Relevanz. Der Band Klimakunstforschung stellt 16 Künstler vor, die in ihren Arbeiten zum Klima wissenschaftliche Methoden anwenden oder dekonstruieren, mit Wissenschaftlern kooperieren oder einen eigenen Erkenntnisanspruch formulieren. Verändern diese Ansätze die Methodik von Kunst und Wissenschaft? Und können sie zur Bewältigung des Klimaproblems beitragen? Wissenschaftler aus Klimaforschung, Soziologie, Wissenschafts- und Kunstgeschichte diskutieren diese Fragen in fünf abschließenden Interviews.

Künstlerische Arbeiten von Philip Beesley, Ursula Biemann, Mel Chin, Ursula Damm, Florian Dombois, Peter Fend, Tue Greenfort, Cornelia Hesse-Honegger, Thomas Koop/Katharina Landfester/Dieter Trüstedt, Susanne Lorenz, Michiko Nitta, Dan Peterman, Andrea Polli, Tomás Saraceno, Jan-Peter E. R. Sonntag, Ingo Vetter/Annette Weisser

Gespräche mit Ute Meta Bauer, Lorraine Daston, Tom Holert, Anke Jentsch, Victor Smetacek, Harald Welzer

Merve Verlag Berlin, IMD 360
ca. 220 Seiten, 40 farbige Abbildungen
ISBN: 978-3-88396-299-3
17 Euro

2010: Klimakapseln - Überleben in der Katastrophe

Wie wollen wir in Zukunft leben? Wie sieht unser Alltag aus, wenn der Klimawandel spürbare Wirklichkeit wird? Um solche Fragen ging es 2010 in der von AG-Mitglied Friedrich von Borries kuratierten Ausstellung „Klimakapseln - Überlebensbedingungen in der Katastrophe“.

Zentrale Fragestellungen der Ausstellung waren: Wie wollen wir in Zukunft leben? Wie sieht unser Alltag aus, wenn der Klimawandel spürbare Wirklichkeit wird? Hintergrund der Ausstellung war die gegenwärtige Diskussion von Konzepten unter Klimaforschern, die nicht das Ziel verfolgen, den Klimawandel aufzuhalten, sondern Möglichkeiten der Anpassung aufzuzeigen. Die Ausstellung präsentierte 30 aktuelle und historische Kapseln aus Kunst, Architektur und Design, die ein Leben unabhängig von den klimatischen Außenbedingungen vorstellen: Klimakleider, Körper- und Wohnkapseln, schwimmende Städte und Naturkapseln sowie Konzepte für chemische und physikalische Eingriffe. Die Ausstellung ermöglichte das sinnliche Erleben der Installationen und Modelle und damit zukünftiger Kapselwelten, mit denen wir uns an veränderte Überlebensbedingungen anpassen könnten.

Die Ausstellung war ein Projekt des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg und der Hochschule für bildende Kunst Hamburg; kuratiert wurde sie von Friedrich von Borries, Mitglied der AG Kunst als Forschung. Sie fand vom 28. Mai bis 8. August 2010 statt. Der Ausstellung ging ein zweitägiges Symposium voraus.

Weitere Informationen

2010: Symposium „Das Experiment in Kunst und Wissenschaft“

Das Symposium "Das Experiment in Kunst und Wissenschaft" fand am 29. und 30. Januar 2010 in Erlangen statt. "Versuch","Beweis","Prüfung","Probe" -die Bedeutungsvielfalt der lateinischen Wurzel lässt die Potenziale einer experimentellen Theorie und Praxis erahnen. In einer Gesprächsrunde diskutierten KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen verschiedener Disziplinen über deren Relevanz für ihre eigene Arbeit.

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