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Medizinische Diagnostik, Polizeieinsätze, demokratische Willensbildung - nicht ohne KI

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06.08.19

Auf dem Sommerplenum wurde die Arbeitsgruppe „Künstliche Intelligenz“ gegründet. Was die Ziele der AG sind, klärt unser Interview.

Arbeitsgruppen

Neue Mitglieder bringen neue Ideen. Auf dem Sommerplenum wurde die Arbeitsgruppe „Künstliche Intelligenz“ gegründet. Was die Ziele der AG sind, klärt unser Interview mit den Sprecherinnen der AG Fruzsina Molnár-Gábor, Dirk Pflüger und Timo Rademacher.

Die AG „Künstliche Intelligenz (KI)“ wurde im Mai gegründet. Warum braucht die Junge Akademie diese Arbeitsgruppe? Alle, die sich mit den gesellschaftlichen Auswirkungen von KI befassen, sind sich einig, dass nur eine interdisziplinäre Herangehensweise an die Herausforderungen erfolgversprechend sein kann. Einzelne Wissenschaftlerinnen können das von vornherein nicht (mehr) leisten. Die vielen gezielt interdisziplinären KI-Kommissionen, die in den vergangenen beiden Jahren auf nationaler und europäischer Ebene etabliert worden sind, müssen meist unter sehr hohem politisch-medialen Zeitdruck arbeiten und sollen allgemeine Richtlinien und Stellungnahmen erarbeiten. Daher können sie vielfach nicht die Tiefe der Analyse und Konkretheit erreichen, die wir unserer Meinung nach in der KI-Forschung und -Anwendung brauchen. Eine AG der Jungen Akademie ist demgegenüber ein bestens geeignetes Forum, um wenigstens in ausgewählten KI-Forschungsfeldern konkrete Anregungen entwickeln zu können: Wir sind von Natur aus interdisziplinär, viele von uns sind von Hause aus KI-Forscherinnen und -Forschern, und die Junge Akademie bietet uns die notwendigen zeitlichen und organisatorischen Freiräume, die interdisziplinäre Forschung nun einmal braucht.

Welche Themen möchtet Ihr behandeln? Wir wollen möglichst konkret arbeiten! Unsere erste Case Study, die wir schon im Winter mit einem Workshop angehen werden, wird sich mit dem Thema des algorithmischen Lernens und der algorithmischen Auswahl von Studieninhalten und Studienzugängen befassen. Diese Themen sind in Deutschland bislang noch wenig beleuchtet. China hingegen ist da bereits sehr weit vorangeschritten, aber kann hierbei gesellschaftlich und politisch kein Vorbild sein, denn es fehlen Transparenz und ein öffentlicher Diskurs. Weitere Themenfelder, die wir angehen wollen, sind zum Beispiel KI in der medizinischen Diagnostik, KI im polizeilichen Einsatz und KI als Instrument der demokratischen Willensbildung.

Welche Lektüre könnt Ihr KI-Einsteigerinnen und -Einsteigern empfehlen? Einen guten ersten Einstieg bietet Jerry Kaplans „Artificial Intelligence – What Everyone Needs to Know“ (OUP 2016) oder – noch knapper – das APuZ-Heft 6-8/2018 „Künstliche Intelligenz“, das bei der Bundeszentrale für politische Bildung heruntergeladen werden kann.

Vielen Dank!

beteiligte Alumni / Alumnae

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