10.01.2018

Sprachvielfalt – von Wissenschaft, Poesie und Computern

Mitglieder der Jungen Akademie laden ein zu einer Reise durch die Sprachvielfalt

Im Rahmen des Salons Sophie Charlotte der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften widmen sich Mitglieder der Jungen Akademie am 20. Januar 2018 unter dem Titel "Sprache im Plural" der Vielfalt von Sprache. Die zehn Mitglieder, die im Sommer des vorigen Jahres in die Akademie gewählt wurden, gestalten traditionell einen Raum. In diesem Jahr übernimmt mit Christian Stein ein Mitglied des Jahrgangs 2015 die Gastgeberrolle in einem zweiten Raum während des Salons und lädt ein zum Thema "Dichter und Computer im radikalen Zwiegespräch".

Einmal Wissenschaftssprache und zurück

Unter dem Leitwort "Sprache im Plural" führen zehn Akademiemitglieder aus den unterschiedlichsten Disziplinen die Besucher*innen durch den Abend. Sprache - so die gängige Meinung - ist ein Alleinstellungsmerkmal des Menschen. Aber kann man überhaupt sinnvoll von 'Sprache' im Singular sprechen? Oder ist Sprache nicht immer nur mehrfach, in vielfältigen, vielschichtigen, vielgestaltigen Formen zu haben? Eben dieser Vielfalt wollen die Wissenschaftler*innen der Jungen Akademie auf die Spur kommen. Eine von Stefan Paul Goetsch komponierte Audio-Collage mit dem Titel "Hyperfläche - Autonomous Techniques Of Control" geleitet die Besucher*innen in den Raum. Mithilfe des Publikums und einer Dolmetscherin für Deutsche Gebärdensprache werden dann im ersten Programmpunkt "Wissen schafft Sprachen - Übersetzen in der Wissenschaft" die Möglichkeiten und Grenzen der Wissenschaftssprache ausgelotet. In einer Gesprächsrunde zum Thema "Leichte Sprache, schwere Sprache" setzen sich im Anschluss Bettina M. Bock (Sprachwissenschaftlerin, Universität zu Köln), Markus Bösch (Journalist und Unternehmer, Berlin), Paul Brodowsky (Autor, Berlin) und Jacqueline Schäfer (Kommunikationsberaterin und Redenschreiberin, Berlin) mit Pluralität, Komplexität und sinnvoller Reduktion von (Fach-)Sprache auseinander. Abschließend demonstriert die Improtheatergruppe IONen Berlin, wie Sprache die Wahrnehmung beeinflussen kann.

Einladung zum Gespräch

"Das Thema Sprache ist an diesem Abend nicht nur der Inhalt des Programms. Unser Ziel ist auch, Kommunikation anzuregen und mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen", betont die Mitorganisatorin Anna Lisa Ahlers, Sinologin und Politikwissenschaftlerin an der University of Oslo und Mitglied der Jungen Akademie. Über Fragen wie "Ist gute Wissenschaft immer übersetzbar?", "Wie wird Wissenschaftssprache barrierefrei?" oder "Sagt ein Bild wirklich mehr als tausend Worte?" lässt sich in Raum 230 ab 19:00 Uhr in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften philosophieren. Beantwortet wird dann auch die Frage, ob Sprache den Magen füllen kann.

Teilnehmende Wissenschaftler*innen und Mitglieder der Akademie

Anna Lisa Ahlers (Moderne Chinastudien/Sinologie)
Michael Bies (Neuere Deutsche Literatur)
Eva Buddeberg
(Philosophie)
Martin Dresler (Kognitive Neurowissenschaft)
Nausikaä El-Mecky
(Kunstgeschichte)
Lena Hipp (Soziologie)
Robert Kretschmer
(Anorganische Chemie)
Sebastian Matzner (Klassische Philologie und Vergleichende Literaturwissenschaft)
Frauke Rostalski
(Rechtswissenschaft)
Marco F.H. Schmidt (Psychologie)

Dichter und Computer im radikalen Zwiegespräch

Einen weiteren Raum bespielt der Literaturwissenschaftler, Linguist und Informatiker Christian Stein - ebenfalls Mitglied der Jungen Akademie. Gemeinsam mit Christiane Frohmann (Gründerin des Frohmann Verlags für digitale Literatur, Berlin), Hannes Bajohr und Gregor Weichbrodt (Code Poeten, Textkollektiv 0x0) bietet er Einblicke in das Thema "Code Poetry". Ausprobieren und diskutieren ist erwünscht, um zu ergründen, was eigentlich digitale Literatur ist. "Computersprachen und Menschensprachen sind sich ähnlicher als man denkt - und doch so grundverschieden. Im Wechselspiel von menschlicher Bedeutung und maschineller Ausführung ereignet sich etwas, in dem sich das, was Sprache heute ist, auf ganz eigene und faszinierende Weise offenbart", so Christian Stein.

Das Akademiegebäude am Gendarmenmarkt öffnet seine Türen

Der Salon Sophie Charlotte der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften wird einmal im Jahr unter einem jeweils anderen thematischen Schwerpunkt ausgerichtet. Zu diesem Anlass wird das Akademiegebäude am Gendarmenmarkt auf allen Etagen mit Gesprächsrunden, Vorträgen und künstlerischen Beiträgen von Akademiemitgliedern, Mitarbeitern der Akademie und prominenten Gästen bespielt. In diesem Jahr lautet das Thema: "Ist Sprache eine Waffe?" Die Junge Akademie lädt seit mehreren Jahren als Gastgeberin zu Diskussionen und Performances an der Schnittstelle von Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft ein.

Was
Sprachvielfalt beim Salon Sophie Charlotte der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Wann
Samstag, 20. Januar 2018, ab 19:00 Uhr

Wo
Akademiegebäude am Gendarmenmarkt Markgrafenstr. 38 | 10117 Berlin | 2. OG Raum 230 und 3. OG Raum 343

Alle Infos
www.diejungeakademie.de/aktivitaeten/veranstaltungen-und-oeffentliche-auftritte/

Der Eintritt ist frei. --------------------------------------------------------------------------------------------------

Die Junge Akademie wurde im Jahr 2000 als weltweit erste Akademie für herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ins Leben gerufen. Ihre Mitglieder stammen aus allen wissenschaftlichen Disziplinen sowie aus dem künstlerischen Bereich - sie loten Potenzial und Grenzen interdisziplinärer Arbeit in immer neuen Projekten aus, wollen Wissenschaft und Gesellschaft ins Gespräch miteinander und neue Impulse in die wissenschaftspolitische Diskussion bringen. Die Junge Akademie wird gemeinsam von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina getragen. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin.

Kontakt
Anne Rohloff
Tel.: (030) 203 70-563
Email: presse@diejungeakademie.de

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