23.02.2017

Psychologe Philipp Kanske erhält Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2017

Philipp Kanske, Psychologe/Neurowissenschaftler und Mitglied der Jungen Akademie, gehört zu den Preisträger*innen des wichtigsten deutschen Nachwuchspreises der Wissenschaftslandschaft | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erkennen Kanske Preis zu | Heinz Maier-Leibnitz-Preis wird am 3. Mai 2017 in Berlin verliehen

Zu den Preisträger*innen des diesjährigen Heinz Maier-Leibnitz-Preises gehört auch ein Mitglied der Jungen Akademie: Philipp Kanske, seit 2015 der Jungen Akademie zugehörig, ist Psychologe und Neurowissenschaftler am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig. Die Verleihung des mit 20.000 Euro dotierten Preises erfolgt am 3. Mai 2017 in Berlin.

Kanskes Forschungsschwerpunkt liegt auf den menschlichen Emotionen. Er geht der Frage nach, wie Emotionen unsere Wahrnehmung und unser Denken beeinflussen, aber auch, wie kognitive Prozesse wie z.B. „Umdenken“ ihrerseits Emotionen regulieren können. Das von Philipp Kanske entwickelte Forschungsprogramm untersucht dieses Zusammenspiel von Emotion und Kognition sowie die zugrundeliegenden neuronalen Mechanismen mit dem Ziel, Beeinträchtigungen bei psychischen Erkrankungen verstehen und verändern zu können. „Emotionen sind essentieller Bestandteil unseres Erlebens. Inwieweit wir unsere Emotionen verstehen und regulieren, uns in Andere einfühlen und ihre Gefühle nachvollziehen können, bestimmt entscheidend mit, wie gut wir uns in sozialen Kontexten zurechtfinden. Wie das Gehirn diese Aufgabe löst, versuche ich herauszufinden, weil es der Startpunkt für effektive Psychotherapie ist“, umfasst Kanske seine Arbeit.

Seine Ausbildung erhielt Kanske an der Technischen Universität Dresden sowie der University of Oregon (USA). Von der Universität Leipzig wurde er zum Dr. rer. nat. promoviert. Es folgten die Approbation zum Psychologischen Psychotherapeuten sowie die Habilitation an der Universität Heidelberg. Nach Stationen als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim (Institut für Neuropsychologie und Klinische Psychologie) und der Universität Heidelberg (Universitätsklinikum Heidelberg, Sektion Experimentelle Psychopathologie und Bildgebung) ist Philipp Kanske seit 2012 Leiter der Gruppe „Psychopathologie des sozialen Gehirns” in der Abteilung für Soziale Neurowissenschaft am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig.


Interdisziplinär unterwegs in der Jungen Akademie

In der Jungen Akademie ist Philipp Kanske Mitglied der interdisziplinären Arbeitsgruppen „Faszination“ und „Visualisierung“.

Im Rahmen der AG Visualisierung realisierte er gemeinsam mit einer Medienwissenschaftlerin und einer Soziologin den internationalen Kurzfilmwettbewerb „be a better being“. Aus 425 eingereichten Filmen wählte die Jury, der er angehörte, siebzehn Filme aus, die im November 2016 während eines zweitägigen Filmforums mit Diskussionen zwischen Filmemacher*innen und Wissenschaftler*innen gezeigt wurden. „Die Junge Akademie ermöglicht auf einzigartige Weise die Zusammenarbeit zwischen Disziplinen, aber auch den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Formate wie der Kurzfilmwettbewerb „be a better being“, der über das Medium Film einen Zugang zur Wissenschaftsperspektive auf kontroverse gesellschaftliche Fragen schafft, wären ohne das Zusammentreffen ganz verschiedener Forscherinnen und Forscher in der Jungen Akademie undenkbar“, sagt Philipp Kanske.

Auch in der AG Faszination kommen Mitglieder verschiedener Disziplinen zusammen. Hier hat Philipp Kanske gemeinsam mit einer Biophysikerin, einer Musikwissenschaftlerin und einem Anglisten die zweitägige Konferenz „Fascination with the Unknown: The Other“ durchgeführt. Die Tagung brachte Kunst und Wissenschaft in einen Austausch und lockte Teilnehmer*innen aus inner- und außereuropäischen Ländern an.

---------------------------------------------------------------------------------------------------

Die Junge Akademie wurde im Jahr 2000 als weltweit erste Akademie für herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ins Leben gerufen. Ihre Mitglieder stammen aus allen wissenschaftlichen Disziplinen sowie aus dem künstlerischen Bereich – sie loten Potenzial und Grenzen interdisziplinärer Arbeit in immer neuen Projekten aus, wollen Wissenschaft und Gesellschaft ins Gespräch miteinander und neue Impulse in die wissenschaftspolitische Diskussion bringen. Die Junge Akademie wird gemeinsam von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina getragen. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin.

Kontakt: 
Anja Spiller | Tel.: (030) 203 70-453 | presse@diejungeakademie.de

Seite empfehlen