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12.11.2021

Pressemitteilung | Austausch auf Augenhöhe

Präsidium der Jungen Akademie veröffentlicht Ad-hoc-Stellungnahme zur Situation von Wissenschaftler*innen auf befristeten Stellen

In einer Ad-hoc-Stellungnahme vor dem Hintergrund des im September beschlossenen Berliner Hochschulgesetzes sowie der seit Sommer andauernden Debatte zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz unter dem Hashtag #IchbinHanna bezieht das Präsidium der Jungen Akademie Stellung zur Situation von fortgeschrittenen Postdocs und Gruppenleiter*innen auf befristeten Stellen im deutschen Wissenschaftssystem.

Die aus der Befristung resultierende prekäre Situation der Wissenschaftler*innen stellt für die Mitglieder des Präsidiums ein strukturelles Problem dar, das bisher nicht ausreichend thematisiert wurde. Das damit zusammenhängende Risiko unsicherer Karrierewege läge außerdem derzeit bei individuellen Wissenschaftler*innen, nicht jedoch bei den Institutionen.

„Neben den individuellen Herausforderungen, die Befristungen auch nach der frühen Postdoc-Phase für die einzelnen Personen mit sich bringen, schaden sie auch dem deutschen Wissenschaftssystem als Ganzes. Diese Probleme sind bekannt und beinhalten insbesondere eine geringere internationale Kompetitivität des deutschen Wissenschaftssystems“, so Astrid Eichhorn, Sprecherin der Jungen Akademie und Physikerin an der University of Southern Denmark.

Abschließend fordert das Präsidium der Jungen Akademie in seiner Ad-hoc-Stellungnahme, die Wissenschaftler*innen selbst in strukturelle Entscheidungen über Karrierewege in der Wissenschaft einzubeziehen. Ein Austausch auf Augenhöhe sei notwendig, sowohl bei Konsultationsprozessen als auch für gesetzliche Rahmenbedingungen sowie deren Umsetzung und Implementierung an deutschen Hochschulen und anderen Wissenschaftsorganisationen.

Ad-hoc-Stellungnahmen sind Äußerungen des Präsidiums der Jungen Akademie zu tagesaktuellen wissenschaftspolitischen Themen.

Informationen zum Präsidium der Jungen Akademie sind hier zu finden.

Folgende Mitglieder des Präsidiums bzw. der Jungen Akademie stehen gern für Anfragen bereit:

•    Assoc. Prof. Dr. Astrid Eichhorn, University of Southern Denmark, Sprecherin der Jungen Akademie
•    Prof. Dr. Timo de Wolff, Technische Universität Braunschweig, Mitglied des Präsidiums der Jungen Akademie
•    Dr. Gisela Kopp, Universität Konstanz, Mitglied der Jungen Akademie
•    Dr. David Labonte, Imperial College London, Mitglied der Jungen Akademie
•    Juniorprof. Dr. Linus Mattauch, Technische Universität zu Berlin und Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Mitglied der Jungen Akademie
•    Prof. Dr. Doris Segets, Universität Duisburg-Essen, Mitglied der Jungen Akademie

Bitte richten Sie Ihre Anfragen für eine zeitnahe Vermittlung an: presse@diejungeakademie.de 

Ad-hoc-Stellungnahme als PDF-Datei zum Download:
Deutsche Fassung
English Version

Pressemitteilung zum Download


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Die Junge Akademie wurde im Jahr 2000 als weltweit erste Akademie für herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ins Leben gerufen. Ihre Mitglieder stammen aus allen wissenschaftlichen Disziplinen sowie aus dem künstlerischen Bereich – sie loten Potenzial und Grenzen interdisziplinärer Arbeit in immer neuen Projekten aus, wollen Wissenschaft und Gesellschaft ins Gespräch miteinander und neue Impulse in die wissenschaftspolitische Diskussion bringen. Die Junge Akademie wird gemeinsam von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina getragen. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin.

Kontakt 
Die Junge Akademie
Laura Forstbach / Anne Rohloff
Tel.: 030-203 70-650
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