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18.11.2013

Personalstruktur als Schlüssel zu leistungsfähigeren Universitäten: Ein Positionspapier der AG Wissenschaftspolitik der Jungen Akademie

Mit einem Positionspapier zur Personalstruktur an deutschen Universitäten bezieht die AG Wissenschaftspolitik der Jungen Akademie Stellung in der Debatte über die Zukunft des Wissenschaftssystems nach der Exzellenzinitiative. Als Schlüssel zu leistungsfähigeren Universitäten fordern 30 Mitglieder und Alumni der Jungen Akademie darin unter anderem die schrittweise Abschaffung des Lehrstuhlsystems und eine kostenneutrale Erhöhung der Anzahl der Professuren.

Das von Mitgliedern und Alumni der Jungen Akademie getragene Positionspapier legt seinen Schwerpunkt auf die Universitäten. Drei Schwächen identifizieren die UnterzeichnerInnen als Kernprobleme des derzeitigen Systems: zum einen die geringe Attraktivität universitärer Stellen und Karrierewege, insbesondere im internationalen Vergleich, zum zweiten mangelnde Dynamik und Innovationskraft der Forschung und schließlich unzureichende Strukturen für die Aufnahme einer dauerhaft hohen Zahl von StudentInnen.

Den Schlüssel zu leistungsfähigeren Universitäten sehen die UnterzeichnerInnen in einer grundlegenden Reform der Personalstruktur. Konkret schlagen sie vor, das Lehrstuhlsystem schrittweise abzuschaffen und zugleich ohne Kostensteigerung die Zahl der Professuren und Juniorprofessuren zu erhöhen. Von dieser Reform erhoffen sie sich eine Entlastung von ProfessorInnen, bessere Perspektiven für jüngere WissenschaftlerInnen, eine höhere Qualität der Lehre und zugleich eine bessere Betreuungsrelation sowie nicht zuletzt eine Dynamisierung der universitären Forschung und bessere Möglichkeiten für Profilbildungen auch an kleineren Universitäten.

Die Junge Akademie

Die Junge Akademie wurde im Jahr 2000 als gemeinsames Projekt der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina gegründet. Sie ist weltweit die erste Akademie des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die Junge Akademie wird gemeinsam von BBAW und Leopoldina getragen. Seit 2011 ist sie administrativ dauerhaft im Haushalt der Leopoldina verankert und wird finanziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie den Ländern Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Ihre fünfzig Mitglieder, Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus dem deutschsprachigen Raum, widmen sich dem interdisziplinären Diskurs und engagieren sich an den Schnittstellen von Wissenschaft und Gesellschaft.

Die AG Wissenschaftspolitik: Nach der Exzellenzinitiative

Mit der Gründung einer interdisziplinären Arbeitsgruppe zur Wissenschaftspolitik hat die Junge Akademie sich zum Ziel gesetzt, die Debatte über die Zukunft des deutschen Wissenschaftssystems nach dem Auslaufen der Exzellenzinitiative mitzuführen, Vorschläge kritisch zu begleiten und eigene Vorschläge zu unterbreiten.

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