22.11.2016

Film- und Wissenschaftsformat "be a better being": Publikumspreis verliehen

Sonderpreis der Commerzbank-Stiftung geht nach Dänemark

Am Ende des zweitägigen Filmforums be a better being: Self versus System steht der Publikumsliebling fest. Die Zuschauer*innen konnten sich zwischen animierten Kurzfilmen, Dokumentationen und Fiktionen entscheiden. Den von der Commerzbank-Stiftung als Hauptförderer des Filmwettbewerbs bereitgestellten Sonderpreis erhielt "Running through life" aus Dänemark. Der Kurzfilm von Helene Moltke-Leth war einer der siebzehn für die Teilnahme am Filmwettbewerb be a better being nominierten Filme. 425 Kurzfilme aus aller Welt waren ursprünglich eingereicht worden.

Klarer Blick auf moderne Gesellschaften
Der Film begleitet die Protagonistin Zoe Alphas während ihres nächtlichen Laufs durch die Stadt. Während sie rennt, überschlagen sich ihre Gedanken, an denen die Zuschauer teilhaben dürfen. Zoe reflektiert ihr Leben, Stress und Ängste und den von ihr selbst und durch die Gesellschaft aufgebauten Erwartungsdruck. Die Jury wählte Helene Moltke-Leths Film aus, da er einen klaren Blick auf die Umstände moderner Gesellschaften wirft. "Uns hat der Poesiegehalt der Sprache sowie die detaillierte visuelle und verbale Übermittlung des Inneren der Person überzeugt", sagen die Jury-Mitglieder Evelyn Runge und Philipp Kanske. "Wir haben uns gefragt, ob das Laufen nicht auch eine Metapher sei für den nicht endenden Drang des Menschen, ein besseres Wesen – a better being – zu werden."
Für Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, Stiftungsratsmitglied der Commerzbank-Stiftung, war klar: "Wenn junge Filmemacher mit Wissenschaftlern der Jungen Akademie an einem Tisch sitzen, um ein gesellschaftlich so relevantes Thema wie Selbstoptimierung zu diskutieren, ist auch unser Anliegen der wissenschaftlichen Förderung und Vernetzung gut erfüllt, um nicht zu sagen: besser geht nicht!"

Film trifft Wissenschaft
Zwei Tage lang hatten sich renommierte Philosoph*innen, Geistes- und Naturwissenschaftler*innen mit Filmschaffenden über das Thema Self versus System ausgetauscht. Was macht der Zwang zur Selbstoptimierung mit uns? Lohnt es, Risiken auf sich zu laden, um eigenen Depressionen zu entfliehen und gleichzeitig die Welt besser machen zu wollen? Werde ich zu einem besseren Menschen, wenn ich als zweifacher Mörder die Vollstreckung der Todesstrafe an mir selbst als gerechtfertigt erachte? Die gezeigten Filme provozierten diese und andere Fragen und zeigten einmal mehr, wie breit gefächert be a better being ist.

be a better being geht weiter
Als Resultat der Unerschöpflichkeit dieses gesellschaftsrelevanten Themenkomplexes sind Folgeveranstaltungen geplant: So findet am 16. Dezember 2016 ein Film- und Vortragsabend mit Evelyn Runge bei der Schader-Stiftung in Darmstadt statt.

Der Kurzfilmwettbewerb be a better being ist ein Projekt der Jungen Akademie in Kooperation mit interfilm berlin, der Filmuni Babelsberg sowie der filmArche. Initiativförderer des Projekts ist die Commerzbank-Stiftung. Die Leitung liegt bei Dr. Philipp Kanske, Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Prof. Dr. Magdalena Nowicka, Humboldt Universität Berlin, und Dr. Evelyn Runge, Fellow der Martin Buber Society, The Hebrew University of Jerusalem, Israel. Philipp Kanske ist Mitglied der Jungen Akademie, Evelyn Runge und Magdalena Nowicka sind Alumnae. Koordiniert wird das Projekt von der Filmemacherin Bobby Henzler.


Die Junge Akademie
wurde im Jahr 2000 als weltweit erste Akademie für herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ins Leben gerufen. Ihre Mitglieder stammen aus allen wissenschaftlichen Disziplinen sowie aus dem künstlerischen Bereich – sie loten Potenzial und Grenzen interdisziplinärer Arbeit in immer neuen Projekten aus, wollen Wissenschaft und Gesellschaft ins Gespräch miteinander und neue Impulse in die wissenschaftspolitische Diskussion bringen.

Die Junge Akademie wird gemeinsam von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina getragen. Sitz der Geschäftsstelle ist Berlin.

Kontakt
Anja Spiller
Tel.: (030) 203 70-453
presse@diejungeakademie.de

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