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29.01.2019

Pressemitteilung: Feldforschung in autoritären Systemen und Selbstzensur in der Kunstgeschichte

Sinologin und Kunsthistorikerin erweitern Kurzfilmreihe der Jungen Akademie zum Thema wissenschaftliches Arbeiten und Wissenschaftsfreiheit | Podiumsdiskussion im WZB am 30.01.2019 um 18 Uhr

Aus: Wissenschaftsfreiheit in der Kunstgeschichte (Nausikaä El-Mecky)

Im Rahmen der Kurzfilmreihe zum Thema wissenschaftliches Arbeiten und Wissenschaftsfreiheit veröffentlicht die Junge Akademie zwei weitere Filme. Anna Lisa Ahlers, University of Oslo, und Nausikaä El-Mecky, Pompeu Fabra University in Barcelona, bringen ihre Sicht aus den Chinawissenschaften und der Kunstgeschichte ein.

Im Rahmen der Filmreihe erzählen insgesamt fünf Mitglieder vor ihrem persönlichen wissenschaftlichen Hintergrund davon, wie wissenschaftliches Arbeiten funktioniert, was Wissenschaftsfreiheit in ihrem Fach bedeutet, wodurch sie eingeschränkt werden kann und worauf freie Forschung angewiesen ist. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bieten auf diese Weise Einblick in ihren Forschungsbereich und zeigen, welche Bedeutung das freie wissenschaftliche Arbeiten in ihrem beruflichen Alltag hat.

Anna Lisa Ahlers, Mitglied der Jungen Akademie seit 2017, forscht als Sinologin regelmäßig in China. Sie stellt fest: „Grundsätzlich ist wissenschaftliches Arbeiten in China in einem größeren Maße möglich, als dies das verbreitete Bild von Zensur, politischer Kontrolle und Unterdrückung vermuten lässt.“ Gleichzeitig müssten sich Forschende aber auch der Beobachtung durch die chinesische Regierung und ihrer Verantwortung gegenüber Informanten bewusst sein. Wichtig für freies Forschen in der Sinologie ist für Ahlers zudem eine Fördermittelvergabe in Europa, die weitestgehend unabhängig von normativen Interessen ist.

Die Kunsthistorikerin Nausikaä El-Mecky, ebenfalls Mitglied der Jungen Akademie seit 2017, plädiert in ihrem Film für einen freieren Umgang mit Kunst, der jegliche Aussagen zulässt und diese nicht bewertet. Außerdem sollte ihrer Meinung nach der Diskurs über Kunst nicht nur von Kennern der Kunstwelt oder Akademikern geformt werden, sondern sich einem Publikum öffnen, das sich außerhalb von akademischen Diskursen befindet: „Wir müssen uns von der Idee verabschieden, dass Kunstgeschichte objektiv betrieben werden könne. Die Kunstwerke, mit denen wir uns beschäftigen, sind immer auch aus subjektiven Gründen in den Kanon gewählt und natürlich auch erschaffen worden.“

Ziel der Filmreihe insgesamt ist es, in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die Arbeitsweise von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu verstärken sowie auf mögliche Einschränkungen der Wissenschaftsfreiheit hinzuweisen. Martin-Immanuel Bittner, Onkologe am Arctoris & Trinity College Oxford, arbeitet derzeit an einem fünften Film. Die Filmreihe entsteht in Zusammenarbeit mit der Videojournalistin Antonia Schanze und dem Kommunikationsdesigner Christopher Kuß.

Podiumsdiskussion am 30. Januar 2019
Gemeinsam mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) organisiert die Junge Akademie am 30. Januar 2019 um 18 Uhr eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Die (un-)gewollten Grenzen der Wissenschaftsfreiheit in Deutschland“. Die Kunsthistorikerin Nausikaä El-Mecky zählt neben Jutta Allmendinger, Präsidentin des WZB, Ilyas Saliba, wissenschaftlicher Mitarbeiter der WZB-Abteilung „Demokratie und Demokratisierung“ und Uwe Schimank, Professor für Soziologie an der Universität Bremen, zu den Podiumsgästen. Fabian Schmidt, Astrophysiker am Max-Planck-Institut für Astrophysik, der bereits im Juli seinen Kurzfilm zum Thema „Dunkle Materie“ in der Reihe veröffentlicht hat, moderiert die Diskussion. Drei der bislang vier fertiggestellten Filme werden an diesem Abend gezeigt. Alle Informationen zur Veranstaltung sind hier zu finden.

Weitere Informationen zu dem Projekt, den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie zu neuen Filmen finden Sie hier.

Informationen zu Antonia Schanze
Informationen zu Christopher Kuß

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