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21.02.2020

Pressemitteilung | Expedition Anthropozän - Eine interdisziplinäre Expedition nach Ecuador

Vom 22. Februar bis zum 9. März sind sechs Mitglieder der Jungen Akademie in Ecuador auf der Suche nach den teils beunruhigenden Spuren des Menschen in seiner Umwelt und wollen erproben, wie interdisziplinäre Forschung heutzutage funktioniert.

Wikimedia Commons

Stark wie nie zuvor greift heute der Mensch ins Erdsystem ein – er ist die bestimmende Kraft in einem neuen Erdzeitalter, dem Anthropozän. Über Fächergrenzen hinweg brechen sechs Mitglieder der Jungen Akademie am 22. Februar zu einer Entdeckungsreise auf. Sie suchen die teils beunruhigenden Spuren des Menschen in seiner Umwelt. Ihre Forschungsreise führt sie, wie vor 200 Jahren Alexander von Humboldt, nach Ecuador und auf den Vulkan Chimborazo. Mit Methoden der Glaziologie, Biologie, Chemie, Klangökologie, Informatik und Medizin untersuchen sie menschliche Einflüsse in verschiedenen Höhenlagen und Vegetationszonen. Sie beschäftigen sich mit dem fortschreitenden Klimawandel und seinen Auswirkungen für die Menschen, dem Gletscherrückzug, der Artenvielfalt, klangökologischen Veränderungen und möglichen Mikroplastikvorkommen in Schnee und Eis.

Während der Expedition wird die Musikwissenschaftlerin Miriam Akkermann (Technische Universität Dresden) klangökologische Untersuchungen auf den verschiedenen Höhenlagen durchführen. Der Mediziner Martin-Immanuel Bittner (Arctoris) wird Interviews führen, um mehr über den Einfluss des Klimawandels auf Annahmen und Erfahrungen der lokalen Bevölkerung herauszufinden. Als Biologe wird sich Christian Hof (Technische Universität München) Fragen der Biodiversitätsforschung widmen. Die Erstellung und Auswertung von Bildprofilen und Datensammlungen werden bei dem Informatiker Dirk Pflüger (Universität Stuttgart) im Zentrum stehen. Die Klimawissenschaftlerin Ricarda Winkelmann (Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und Universität Potsdam) wird den Rückgang der Gletscher und die Beschaffenheit des Eises untersuchen und gemeinsam mit dem Chemiker Robert Kretschmer (Friedrich-Schiller-Universität Jena) der Frage nachgehen, ob sich auch auf Gletschern Mikroplastik nachweisen lässt, das nicht über Wasserwege transportiert wurde.

Alle Informationen zur Expedition sind auf der Website expedition.diejungeakademie.de zu finden.

Pressemitteilung vom 21.02.2020 zum Download

Quelle Header
1 Kt. : Kolor. (45 x 37 cm); Ohne Maßstab. - Titel unten. - Höhenmessungen, Bodenbeschaffenheit, Vegetation u.ä. in Tabellen links und rechts der Karte. - Aus: Humboldt, A.: Ideen zu einer Geographie der Pflanzen. Tübingen 1807. - Relief: Einzelberge Quelle: Leibniz-Institut für Länderkunde, Leipzig

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