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19.11.2018

Ein Zeichen der Unterstützung – Herbstplenum an der CEU in Budapest

Ende Oktober hielt die Junge Akademie ihr Herbstplenum an der Central European University (CEU) in Budapest ab. Nur einen Tag vorher hatte die CEU ihren Umzug nach Wien bekannt gegeben.

Foto: Die Junge Akademie

Im April 2017 beschloss die Junge Akademie, ihr Herbstplenum 2018 an der Central European University (CEU) in Budapest abzuhalten - als kleines, aber bestimmtes Signal der Solidarität. Grund war ein von der ungarischen Regierung auf den Weg gebrachtes Gesetz, das die Wissenschaftsfreiheit in Ungarn einzuschränken drohte und konkret die Legitimation der CEU grundlos in Frage stellte (Pressemitteilung der Jungen Akademie vom 30.03.2017). Ende Oktober fand das Herbstplenum tatsächlich statt, auf Einladung von Jan Hennings, Associate Professor am Geschichtswissenschaftlichen Institut der der CEU und Mitglied der Jungen Akademie. Alumnus Carsten Schneider, Professor am Politikwissenschaftlichen Institut der CEU, bot den angereisten Mitgliedern gemeinsam mit Jan Hennings eine Führung durch die Universität. Der Termin des Herbstplenums, im Sommer 2017 bestimmt, hätte nicht pointierter gewählt worden sein können. Genau einen Tag vor dem Beginn des Plenums gab die Leitung der CEU aufgrund der Tatsache, dass die ungarische Regierung der eigentlich erzielten Einigung nicht zustimmte, den Umzug der Universität nach Wien bekannt. Studierende, die ab September 2019 ein Studium an der CEU beginnen wollen, können sich demnach nur noch in Wien immatrikulieren. Mit jedem Jahr wird der Campus in Budapest ein wenig leerer werden. Die Entscheidung, das Plenum als Zeichen der Unterstützung an der CEU abzuhalten, war – beziehungsweise ist – aktueller denn je.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen begrüßte der Rektor der CEU Michael Ignatieff zum Auftakt des Plenums am 26. Oktober 2018 die angereisten Mitglieder der Jungen Akademie und bedankte sich für die Unterstützung. Im Austausch mit den Mitgliedern skizzierte er eindrücklich, welche Veränderungen – nicht nur im Wissenschaftsbetrieb – sich derzeit in Ungarn beobachten lassen.

Diese Veränderungen machen auch nicht vor der Ungarischen Akademie der Wissenschaften halt, die ebenfalls stark politisch unter Druck geraten ist. Vor diesem Hintergrund veranstaltete die Junge Akademie am ersten Abend ein Abendessen mit dem Präsidenten der Ungarischen Akademie, bei dem es ebenfalls um die wissenschaftliche Landschaft in Ungarn ging. Die Entwicklungen in Ungarn wird die Junge Akademie weiterhin mit Aufmerksamkeit verfolgen.

Inhaltlich setzten sich die Mitglieder während des Plenums unter anderem mit Fragen nach dem „Anreizsystem im deutschen Wissenschaftsbetrieb“ auseinander. Außerdem wurde eine neue Arbeitsgruppe zum Thema „Kulturen des Streits“ gegründet. Nach der erfolgreichen Veröffentlichung des Junge Akademie Magazins zum Thema Wissenschaftsfreiheit Mitte Oktober, bildete sich während des Plenums ein neues Redaktionsteam, das die nächste Ausgabe koordinieren und sich einem neuen Thema widmen wird. Neben der inhaltlichen Arbeit mit Bezug zur Jungen Akademie gab es auch die Möglichkeit, im Rahmen einer Poster Session Einblick in die eigenen Forschungsfragen zu gewähren. Präsidiumsmitglied Bernadett Weinzierl, Atmosphärenphysikerin an der Universität Wien, berichtete im obligatorischen Mitgliedervortrag von ihrer Arbeit mit Aerosolen.

Nach drei Plenumstagen kann ein positives Fazit gezogen werden: Der Schritt, das Herbstplenum an der CEU abzuhalten, war ein wichtiges Zeichen der Unterstützung, das die Beschäftigung der Jungen Akademie mit dem Thema Wissenschaftsfreiheit verdeutlichte. Auch zeigte sich erneut, dass der direkte Austausch für die interdisziplinäre Arbeit unabdingbar ist. Die Vorbereitungen für das nächste Plenum laufen bereits: Es wird im März 2019 an der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina in Halle stattfinden - die Junge Akademie wird zu Gast sein bei einer ihrer Trägerakademien.

Bildnachweis für alle Fotos: Die Junge Akademie

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