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30.01.2020

Antigone - Auftaktveranstaltung diejungeakademie@

Am 23. Januar fand im Literaturhaus Leipzig die Auftaktveranstaltung der Reihe diejungeakademie@ statt. Im Zentrum stand die Frage, welche Aktualität die Figur Antigone heute aus politischer, kultureller und wissenschaftlicher Perspektive noch hat.

Am 23. Januar 2020 richtete die AG Populärkultur(en) die Auftaktveranstaltung der Veranstaltungsreihe diejungeakademie@ im Rahmen des 20-jährigen Jubiläums der Jungen Akademie im Literaturhaus Leipzig aus.

Die Antigone des Mythos, die ihren toten Bruder trotz Verbot begräbt, steht noch heute klar vor Augen – ob als liebende Schwester, ungehorsame Untertanin, Chiffre feministischer Ideen oder Bezugspunkt für Fragen von Recht und Gesetz. Vor allem in der Version des griechischen Dichters Sophokles wird anhand eines scheinbar einfachen Plots eine solche Vielzahl von Gegensätzen evoziert, dass das Stück bis heute Anknüpfungsmöglichkeiten bietet für das Verhältnis von Frauen und Männern, Lebenden und Toten, Gesellschaft und Individuum, Staat und Familie.

Im Rahmen der Veranstaltung betrachteten die Mitglieder der Jungen Akademie Erik Schilling (LMU München), Michael Bies (FU Berlin), Eva Buddeberg (Universität Frankfurt) und Christoph Lundgreen (Università di Pisa) die Figur der Antigone vor dem Hintergrund politischer Geschehnisse und kultureller Trends aus althistorischer, philologischer, literaturwissenschaftlicher und philosophischer Sicht und fragten: Worin besteht ihre Aktualität heute?

Flankierend gelesen wurden von Erik Schilling (LMU München) Ausschnitte aus der Antigone-Übersetzung von Friedrich Hölderlin (1804): bei Erscheinen geschmäht, bis heute umstritten, aber sprachgewaltig und derzeit wieder häufiger benutzt.

Im Anschluss diskutierten die vier Wissenschaftler*innen im Podium über die Kernfrage der Veranstaltung. Entsprechend der unterschiedlichen wissenschaftlichen Hintergründe der Podiumsteilnehmer*innen, gestaltete sich die Debatte um die Aktualität der Figur Antigone vielseitig, sodass ein umfangreiches und interdisziplinäres Bild entstand.

Die Veranstaltung wurde gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und das Kulturamt der Stadt Leipzig.

Fotos: Die Junge Akademie/ Markus Scholz

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