Nachhaltigkeit

Gibt es Formen von Wissenschaft, die für den politischen Prozess und die gesellschaftliche Entwicklung eher verwertbar sind als andere? Und wenn ja, wie sehen diese aus und welcher Wert wird neuem Wissen beigemessen?

Foto eines Hochhauses, bei dem die Fassade mit diversen Pflanzen begrünt ist.
Foto: Ricardo Gomez Angel

Wissenschaftler*innen engagieren sich in Initiativen wie Scientists for Future aktivistisch und sind so ein Teil der globalen Klima- und Nachhaltigkeitsbewegung. Gleichzeitig informieren und beraten sie als Expert*innen Politik und Öffentlichkeit. Die Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit setzt sich kritisch-konstruktiv mit Nachhaltigkeitskonzepten und -diskursen auseinander und untersucht, welche Rolle die Wissenschaft im Umgang mit Umweltkrisen eingenommen hat, einnehmen kann und einnehmen sollte.

Aus einem selbstreflexiven Blickwinkel heraus fragen wir: gibt es Formen von Wissenschaft, die für den politischen Prozess und die gesellschaftliche Entwicklung eher verwertbar sind als andere? Und wenn ja, wie sehen diese aus und welcher Wert wird neuem Wissen beigemessen? Ein weiterer Fokus der AG liegt darauf, die Nachhaltigkeitsindikatoren, die Wissenschaftler*innen für die Messung der ökologischen Nachhaltigkeit verwenden (zum Beispiel zur Bewertung bestimmter Technologien oder Politiken), an die wissenschaftliche Praxis anzulegen. Indem auf diese Weise Verbesserungspotenziale für das Wissenschaftssystem aufgedeckt werden, will die AG einen Beitrag leisten, Wissenschaft selbst ökologisch nachhaltiger zu gestalten. Nicht zuletzt erörtert die AG, welche historischen Vorbilder und Utopien von Mensch-Umwelt-Beziehungen lehrreich für aktuelle Handlungsoptionen sind, beispielsweise mit Bezug auf die Debatten um „Geoengineering“.

Die AG Nachhaltigkeit arbeitet zusammen mit dem Projekt KlimaLectures der Jungen Akademie. Sie steht auch in engem Dialog mit der AG Engagierte Wissenschaft.

2019/2020

Ideenwettbewerb „visions / solutions for a sustainable tomorrow“

Im Rahmen des Online-Wettbewerbs „Visions / Solutions“ der Jungen Akademie suchte die Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit bis zum 15. Mai 2020 Beiträge, die sich visionär oder konkret mit einer nachhaltigen Zukunft auseinandersetzen. In den zwei Kategorien „Visions“ und „Solutions“ konnten die Teilnehmenden digitale Beiträge aller Art einreichen, von Bildern und Videos über Texte und Lieder bis hin zu multimedialen Inhalten. Zu gewinnen gab es in beiden Kategorien jeweils 2.000, 1.500 und 1.000 Euro für die drei besten Beiträge.

Mit dem Wettbewerb, der in der Kategorie „Solutions“ von der UmweltBank AG gefördert wurde, setzte die Junge Akademie in ihrem 20. Jubiläumsjahr ihr besonderes Engagement fort, innovative Formate für den Wissenstransfer zu entwickeln.

Ausführliche Informationen zu allen Preisträger*innen und den prämierten Ideen finden Sie unter www.2020.diejungeakademie.de.

Die Preisträger im Überblick:

Kategorie „Visions“

  1. Platz: My Hero (Aneta Zeleznikova)
  2. Platz: The Bark Project (Johanna Hehemeyer-Cürten und Charlett Wenig)
  3. Platz: Mach deine Vision zu deiner Zukunft (Team Creactive)

Kategorie „Solutions“

  1. Platz: Virtual Planet (Sabina Keller)
  2. Platz: Dungse
  3. Platz: SunCrafter

Sonderpreise

Aufgrund der außerordentlichen Vielzahl hervorragender Beiträge wurde in beiden Kategorien je ein zusätzlicher Sonderpreis von 250 EUR verliehen.

  1. Sonderpreis Kategorie „Visions“: Corontäne (Maira Kellers u.a.)
  2. Sonderpreis Kategorie „Solutions“: Öko-AG der Martin-Luther-Europaschule

2019

Statement „Wahre Reisekosten erstatten!“

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen globalem persönlichem Austausch und Forschung in der Wissenschaft und der ökologischen Nachhaltigkeit des Reisens. Dieses Spannungsfeld wird auch im Rahmen des Engagements für die Arbeit in der Jungen Akademie immer wieder deutlich. Vor diesem Hintergrund hat die AG Nachhaltigkeit ein Statement initiiert, in dem die Mitglieder der Jungen Akademie verbindliche Regelungen zur Auslegung des Haushalts- und Zuwendungsrechts fordern, um den Ausgleich von CO2-Emissionen bei jeder Dienstreise sowie die Erstattung der dabei entstandenen Kosten zu ermöglichen. Diese seien notwendig, da es bisher keine für alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes auf Bundes- wie Landesebene gleichermaßen geltenden Regelungen gebe, nach der eine solche Kompensation für Dienstreisen aus den entsprechenden Haushalten ohne weiteres möglich wäre. Erst der durch die CO2-Kompensationen höhere Preis für die Dienstreise führe dazu, dass lange Reisen teurer und damit auch seltener würden.

Hier geht es zum vollständigen Statement.
Hier geht es zur Pressemitteilung.

2019

Statement #Fridaysforfuture

Die AG Nachhaltigkeit der Jungen Akademie unterstützt die Proteste von #FridaysForFuture. Die Warnungen vor dem Klimawandel und seinen Folgen für Mensch und Umwelt basieren auf naturwissenschaftlicher Forschung.
Daher unterstützen wir mit Nachdruck den Protest von #FridaysForFuture am 20.9. und fordern die politischen Akteure auf, mit einer ambitionierten und ganzheitlichen Klimapolitik die Erderwärmung einzugrenzen.

Weitere Informationen zu den Protesten sind hier zu finden.

2016

Denaturalizing Climate Change

In the context of the Mexican-German Year of Science and Technology, Die Junge Akademie together with CIESAS Centro de Investigaciones y Estudios Superiores en Antropología Social and artec Sustainability Research Center and the University of Bremen, are facilitating a workshop to develop de-colonizing and re-politicizing perspectives on climate change adaptation.

The workshop "Denaturalizing Climate Change" de-centers Western perspectives and brings together critical viewpoints from social research. The workshop took place 28-30 September 2016.

Project page

2014

Soziale Nachhaltigkeit an deutschen Hochschulen

Inwieweit sind die sozialen Aspekte von Nachhaltigkeit - die verantwortungsbewusste Bewirtschaftung und Nutzung von Humanressourcen - in den Leitbildern deutscher Hochschulen verankert?

zur Studie
der Forschungsbericht

2012

Exponat „Energie nachhaltig nutzen“

Als Gemeinschaftsprojekt der AG Nachhaltigkeit, der Universität Greifswald sowie des Windkraftwerkproduzenten Enercon entstand das interaktive Exponat „Energie nachhaltig nutzen“, das im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2012 mit der MS Wissenschaft durch Deutschland und Österreich tourte. Mittlerweile steht die zugrundeliegende Softwareanwendung der Allgemeinheit unter www.energie-nachhaltig-nutzen.de bis auf Weiteres zur Verfügung.

Es handelt sich um ein Lernspiel zu den Möglichkeiten und Grenzen des nachhaltigen Umgangs mit Energie. Konkret geht es darum, wie sich Kohlendioxid-Emissionen und Energieverbrauch auf der Ebene eines Hauses, einer Universität und einer Stadt reduzieren lassen. Wie viel Kohlendioxid-Emissionen lassen sich im Haushalt durch die Verwendung von Energiesparlampen vermeiden, wie viel durch den Bezug von Ökostrom? In welcher Relation stehen die Einsparungen genannter Maßnahmen, welche lohnen sich also am meisten? Ebenso an einer Universität: Sollte der Umweltmanager lieber biologisch produziertes Mensa-Essen einführen, die Heizungsanlagen modernisieren oder nur noch Recyclingpapier beschaffen, wenn nur ein begrenztes Budget für Umweltmaßnahmen zur Verfügung steht?

Bericht und Fotos zum Exponat "Energie nachhaltig nutzen"
Wissenschaftsjahr 2012 "Zukunftsprojekt Erde"
zum Lernspiel

2012

E-Paper „Nachhaltige Hochschule“

In welcher Beziehung stehen Nachhaltigkeit und Wissen, welche Rolle können Hochschulen bei der Transformation zu einer nachhaltig agierenden Gesellschaft übernehmen?
Schon 1999 fragte der Umweltethiker Konrad Ott, ob sich das Konzept Nachhaltigkeit auch auf Wissen anwenden lässt. Dieser Frage - und noch einigen weiteren - geht das Themenheft "Ideen für eine nachhaltige Hochschule von morgen" nach:

Welche Rolle können Hochschulen bei den Transformationen zu einer nachhaltig agierenden Gesellschaft übernehmen? Spin-offs gestalten ja schon seit einiger Zeit aus Forschungsergebnissen nachhaltige Produkte und Dienstleistungen. Wie wirken sich Prozesse aus diesem Forschungsumfeld auf neue Lehr- und Lernformen aus? Nicht zuletzt wollen wir auch die Innenperspektive beobachten: Wie gehen Organisationen, Studierende und Beschäftigte mit ihren eigenen Ressourcen um?

Auf diese Fragen will das Heft Antworten geben und neuen Fragen Vorschub leisten. Zudem präsentieren wir ausgesuchte Ideen aus dem Wettbewerb UniGestalten: vom innovativen "Global Congress for Sustainability" bis zur "Gemeinwohlbilanz für Hochschulen".

E-Paper „Ideen für eine nachhaltige Hochschule von morgen“

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