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Wissenschaftsfreiheit

Sechs Minuten für die Wissenschaftsfreiheit – das fordern fünf Mitglieder der Jungen Akademie. Anna Lisa Ahlers, Martin-Immanuel Bittner, Nausikaä El-Mecky, Anuscheh Farahat und Fabian Schmidt zeigen in etwa sechsminütigen Filmen ihre spezifische Perspektive auf die Frage, warum die Freiheit der Wissenschaft ein hohes Gut ist. Geplant sind insgesamt fünf Filme.

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Weltweit sind aktuell Tendenzen zu erkennen, die Wissenschaftsfreiheit einschränken. Unerwünschte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden politisch und finanziell unter Druck gesetzt, der freie internationale Austausch untereinander wird behindert oder es werden Forschungsergebnisse öffentlich diskreditiert. Eine direkte Infragestellung der Wissenschaftsfreiheit lässt sich hierzulande zwar nicht beobachten. Dennoch steht die Wissenschaft auch hier unter neuen Rechtfertigungszwängen. Etwa wenn Wissenschaft einem Kosten-Nutzen-Diktat unterworfen wird oder die Daseinsberechtigung – insbesondere von theoretischer Forschung aber auch von sogenannten Orchideenfächern – pauschal in Frage gestellt wird.

Für den Laien ist diese Debatte aufgrund des komplexen Funktionsgefüges von Forschung und Gesellschaft oftmals nur schwer nachvollziehbar und es entstehen zahlreiche Fragezeichen: „Wozu muss die historische Genese eines linguistischen Details erforscht werden?“ oder „Was ist eine wissenschaftliche Erkenntnis wert, wenn monatlich ‚neue Wahrheiten‘ durch die Medien geistern?“

Diese Fragezeichen aufzugreifen und anschaulich zu erläutern, weshalb die Wissenschaft ohne Freiräume nicht funktionieren wird, ist eines der Ziele des Projekts. Die Filmreihe entsteht in Zusammenarbeit mit der Videojournalistin Antonia Schanze und dem Kommunikationsdesigner Christopher Kuß.

Im Juli 2018 wurden die ersten beiden Filme von Fabian Schmidt, Astrophysiker am Max-Planck-Institut (MPA) Garching, und Anuscheh Farahat, Rechtswissenschaftlerin an der Goethe-Universität Frankfurt und am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, veröffentlicht. Hier geht es zur Pressemitteilung.

Die Filme von Anna Lisa Ahlers, Sinologin an der University of Oslo, und Nausikaä El-Mecky, Kunsthistorikerin an der Universitat Pompeu Fabra, wurden im Januar 2019 veröffentlicht. Hier geht es zur Pressemitteilung.

19.06.2019: Film- und Gesprächsabend mit Leopoldina

„Wissenschaftsfreiheiten: Perspektiven auf ein Grundrecht“

Gemeinsam mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina organisierte die Junge Akademie am 19. Juni 2019 einen Film- und Diskussionsabend im Kino Delphi LUX. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Kampagne „Freiheit ist unser System. Gemeinsam für die Wissenschaft“, einer Initiative der Allianz der Wissenschaftsorganisationen, statt. Informationen zu dieser Initiative bietet die Website www.wissenschaftsfreiheit.de. Unter den Hashtags #wissenschaftsfreiheit und #70JahreGG sind aktuelle Informationen zur Kampagne zu finden.


Fotos: Die Junge Akademie/Judith Affolter

Unter dem Titel „Wissenschaftsfreiheiten: Perspektiven auf ein Grundrecht“ diskutierten vier Mitglieder der Jungen Akademie und der Leopoldina ihre unterschiedlichen Erfahrungen, Sichtweisen, Bedenken und Hoffnungen in Hinblick auf Freiräume und Einschränkungen im Wissenschaftsbetrieb. Am interdisziplinär besetzten Podium beteiligten sich seitens der Jungen Akademie der Mediziner Martin-Immanuel Bittner und die Kunsthistorikerin Nausikaä El-Mecky. Für die Leopoldina nahmen die Historikerin Ute Frevert ML (Berlin) und der Jurist Jochen Taupitz ML (Mannheim) teil. Moderiert wurde die Veranstaltung von Yve Fehring von der Wissenschaftssendung „nano“.

Entstanden ist die Idee für diese Veranstaltung im Rahmen des Filmprojekts zum Thema Wissenschaftsfreiheit.

30.01.2019: Podiumsdiskussion im WZB

„Die (un-)gewollten Grenzen der Wissenschaftsfreiheit in Deutschland“

Die Wissenschaftsfreiheit steht in einigen Ländern unter Druck: Forschungsergebnisse werden immer wieder öffentlich diskreditiert, der internationale Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern behindert, unbequemen Forschenden die nötigen finanziellen Mittel entzogen. In Deutschland können wir Angriffe auf die Wissenschaft in dieser Dramatik zwar noch nicht beobachten. Dennoch: Auch hier sieht sich die Wissenschaft immer stärkeren Rechtfertigungszwängen ausgesetzt.

Bildnachweis: WZB/Sander
Bildnachweis: WZB/Sander
Bildnachweis: WZB/Sander
Bildnachweis: WZB/Sander

                        Fotos: WZB/Sander

Die Podiumsdiskussion wurde in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin organisiert. Im Zentrum stand die Frage, wie es um die Wissenschaftsfreiheit in Deutschland bestellt ist. Was bedeutet es, wenn immer stärker Kosten- und Nutzenaspekte der Wissenschaft in den Vordergrund rücken, wenn theoretischer Forschung und sogenannten Orchideenfächern die Daseinsberechtigung abgesprochen wird? Welche Freiräume haben in Deutschland arbeitende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und wo gibt es (un-)gewollte Grenzen und Eingriffe? Wo muss die Wissenschaftsfreiheit aktiv beschützt werden und was gilt es dafür zu tun?

Es diskutierten:

Prof. Dr. h.c. Jutta Allmendinger, Ph.D., Präsidentin des WZB
Dr. Nausikaä El-Mecky, Tenure-Track-Professorin für Kunstgeschichte, Universitat Pompeu Fabra Barcelona und Die Junge Akademie
Ilyas Saliba, wissenschaftlicher Mitarbeiter der WZB-Abteilung „Demokratie und Demokratisierung“
Prof. Dr. Uwe Schimank, Professor für Soziologie an der Universität Bremen

Diese Veranstaltung war Teil der WZB-Reihe „Achtung: Demokratie“ und wurde moderiert von Dr. Fabian Schmidt (Max-Planck-Institut für Astrophysik und Die Junge Akademie).

Nausikaä El-Mecky und Fabian Schmidt arbeiten außerdem gemeinsam in der Jungen Akademie an einem Kurzfilmprojekt zum Thema Wissenschaftsfreiheit.

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