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Wasser

„Wasser – kann man Wolken hören?“

Ist es möglich, Wasser in verschiedenen Erscheinungsformen oder Prozessen musikalisch aufzubereiten? Üblicherweise wählen Naturwissenschaftler die grafische Form, um ihre Daten darstellen zu können. Die Präsentation von Beobachtungen und Messergebnissen in akustischer Form kann den Sinn sowohl für das Phänomen als auch die Daten schärfen. Da der Mensch akustische Signale in hoher Präzision analysiert, können große Datenmengen zum Klingen gebracht werden, um schnell Unregelmäßigkeiten zu identifizieren. Dies lässt sich am Beispiel des Wassers verdeutlichen, sei es in der Kaffee-Maschine, bei der Molekulardynamik oder der akustischen Darstellung von Zirrus-Wolken.

In Kooperation mit der Universität Bielefeld, der Universität Ulm, dem Musiklabor München und der Gruppe Experimentelle Musik und Kunst Universität Ulm (EMU) entstand die Ausstellung „Wasser – kann man Wolken hören?“, die erstmals von November 2005 bis April 2006 an der Universität Ulm zu sehen und hören war. In der Ausstellung selbst wurden eine Reihe so genannter Audifikate gezeigt. Die Audifikate bestehen jeweils aus einem Poster, auf dem die Vorgehensweise bei der Vertonung eines bestimmten Datensatzes beschrieben wird, sowie einer Aufnahme der entsprechenden Musik, die über einen CD-Spieler mit Kopfhörer zu hören ist.

„Zirrus“, ein Stück für sieben Laptop-Spieler

Aus Anlass der Vernissage wurde dort das Stück „Zirrus“ uraufgeführt: Sieben Audifikationen für sieben Laptop-Spieler der Gruppe EMU unter der Leitung von Dieter Trüstedt. Für das Stück wurde eine Zirruswolke nach Wasser- und Eismenge, Temperatur und Taupunkt, nach Luftdruck und den Ortskoordinaten im Sekunden-Takt abgefragt. Arbeitsgrundlage waren die Originaldaten einer Flugzeugmesskampagne zur Studie von Kondensstreifen und Wolken (Subsonic Aircraft: Contrail and Cloud Effects Special Study). Die Messdauer der für das Stück „Zirrus“ ausgewählten Wolke betrug 14 Minuten, das sind 840 Datensätze. Die 840 Datensätze bildeten die Basis der Interpretation durch die sieben Laptop-Spieler.

Vorausgegangen war eine „kunst-wissenschaftliche Performance“ im Stadthaus in Ulm im Sommer 2005. Die Veranstaltung war als eine Art Lecture im Rahmen der „Enzyklopädie der Ideen der Zukunft“ gestaltet, mit einer Mischung aus Kurzvorlesungen und Musikereignissen. Ein weiteres Konzert der beteiligten Musiker fand im Oktober 2005 im Carl Orff Auditorium/Musiklabor München statt.

Ausstellung auch in Berlin

Von Juni bis September 2007 wurde die Ausstellung in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gezeigt. Im Rahmen der Festveranstaltung der Jungen Akademie im Juni 2007 stellte AG-Sprecher Thomas Koop das Musikprojekt vor. Im Anschluss an den Festakt wurde das Stück „Zirrus“ aufgeführt.

Im ersten Heft des Junge Akademie Magazin erschien unter dem Titel
„Musik aus den Wolken“ ein Bericht über das Projekt, zu dem auch eine Audio-CD erschienen ist.

Ausstellungsflyer "Wasser - kann man Wolken hören?"

 
 
 
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