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Repräsentation

Veranstaltungen


Sommerschule 2002:
Emotionale Wende? Die Junge Akademie der Gefühle

Aus der Arbeit der AG Repräsentation ging in Kooperation mit dem Wissenschaftskolleg Berlin das eigenständige Projekt einer interdisziplinären und internationalen Sommerschule für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Thema „Gefühle“ hervor.

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Die Sommerschule, die Anfang September 2002 in Italien stattfand, widmete sich der Bedeutung und Rolle von Gefühlen in der Repräsentation, Konstruktion und normativen Gestaltung unserer Welt. Ein zentrales Anliegen der Sommerschule war die Entwicklung einer Kultur des Dialoges zwischen den Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften bei Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern. Mit Gastreferenten aus verschiedenen Disziplinen schätzten die Teilnehmer in drei Arbeitsgruppen die mögliche Tragweite einer emotionalen Wende ab.

  • Die AG „Gefühle und Denken“ setzte sich zum Ziel, das Verhältnis von Rationalität, Kognition und Gefühlen zu analysieren und (neu) zu bestimmen.
  • Die AG „Manifestation von Gefühlen“ diskutierte bezogen auf die Produktion, die Wahrnehmung und den Ausdruck von Gefühlen die klassische Frage nach ihrer primär kulturellen oder biologischen Bedingtheit.
  • Die AG „Normen und Gefühle“ besuchte die historischen und gegenwärtigen Arenen der Gefühle zwischen Norm und Pathos.


Ausführliches Programm

Referenten

Bericht von Martin Korte

Sommerschule 2003:
„Die Junge Akademie der Gefühle. Folgen

Nach positiver Evaluation der ersten Sommerschule folgte im August 2003 ein zweiter Teil mit neuen Gastreferenten sowie überwiegend denselben Stipendiatinnen und Stipendiaten. Die Teilnehmenden nahmen sich in der Fortführung der drei bereits im Jahr zuvor entstandenen Arbeitsgruppen jeweils ein konkretes Projekt zum Thema Gefühle vor.

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  • Die AG „Gefühle und Denken“ beschäftigte sich mit Bedeutung, Funktion und Geschichte des Begriffs und der Emotion „Liebe“ in Psychologie, Philosophie, Neurowissenschaften und Kulturwissenschaften. Jede der beteiligten Disziplinen sollte die Rolle dieses Gefühls oder dieser Emotion aus ihrer Perspektive darstellen. Im Anschluss daran wurde ein Experiment zu dieser Emotion konzipiert.

    Dahinter stand die Frage, ob es sich bei Liebe um ein kulturabhängiges Gefühl, um eine universelle Emotion handelt oder um einen dispositionalen Zustand mit spezifischer Intentionalität. Dabei bleibt die Möglichkeit zu berücksichtigen, dass wir in den unterschiedlichen Disziplinen von unterschiedlichen Konzepten sprechen.
  • Die komparatistische Untersuchung von Repräsentation und Produktion von Emotionen in verschiedenen Medien und Zeitabschnitten stand im Mittelpunkt des Projektes der AG „Manifestationen von Gefühlen“. Gezeigt werden sollte zum einen, wie Emotion, Medialität und Macht zusammenhängen und wie die gemeinschaftsformende Wirkung von emotionalen Bilderlebnissen nachgewiesen werden kann.

    Zum anderen zielte das Projekt darauf ab zu zeigen, dass die affektive Dimension der Bild-/Werkgenese sowohl vermittels der eher qualitativen Methoden der Kunst- oder Kulturwissenschaften als auch mit dem empirisch-quantitativen Methodenarsenal der Sozial- und Naturwissenschaften beschrieben werden kann. Daraus ergab sich ein weiteres Ziel, nämlich die Überbrückung der theoretischen und methodischen Kluft zwischen neurophysiologisch formulierten Modellen spezifischer operational definierter emotionaler Verhaltensweisen einerseits und kulturwissenschaftlich-historischen Theorien andererseits.

    Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe wurden in dem Band „Mediale Emotionen“, erschienen 2005 im Fischer Taschenbuch Verlag, zusammengefasst.
  • Die AG „Normen und Gefühle“ wollte den Blick nicht mehr in die Einzeldisziplinen hinein, sondern aus diesen heraus auf einen gemeinsamen Gegenstand werfen.

    Die gemeinsame Arbeit mündete in ein „Emotionales Gesetzbuch“ (EGB), das 2005 im Böhlau Verlag, Köln/Weimar, publiziert wurde. Gerade angesichts der gegenwärtigen, vor allem von Hirnforschern angefachten Diskussionen über die Schuldfähigkeit des Menschen erschien die Arbeit an einem solchen Gesetzbuch besonders spannend.


Programm

Tagung 2002: „Inszeniertes Wissen

Demonstrationsvorlesungen, spektakuläre Ausstellungen und neu eingerichtete „Wunderkammern“: die gegenwärtige Renaissance von älteren Formen der Wissensvermittlung vor dem Hintergrund der Internet-Revolution war Thema der Tagung „Inszeniertes Wissen“ der AG Repräsentation, die im November 2002 in Jena stattfand. Auf der Tagung wurde die Inszenierung des Wissens unter drei Aspekten thematisiert:

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  • Anhand hervorragender Beispiele wurden für die wirkungsvolle Inszenierung mittels der neuen Medien und Technologien die sich daraus für verschiedene Disziplinen (Chemie, Medizin, Geschichte etc.) ergebenden Chancen für den Dialog mit der Öffentlichkeit verdeutlicht.
  • Es wurden die neuen Möglichkeiten und Praktiken der Wissensinszenierung mit historischen und theoretischen Analysen in Dialog gesetzt, nicht zuletzt um in die Praxis der Inszenierung zurückzuwirken.
  • Angesichts der Annäherung von Wissenschaft und Kunst und der zunehmenden Reflexion der Bedeutung kunstvoller Rede (Rhetorik) für die Generierung, Darstellung und Vermittlung von Wissen wurde gefragt, ob der Kunst lediglich eine ornamentale Funktion zukommt oder ob Kunst und Wissenschaft tatsächlich eine profunde innere Verwandtschaft eint.

Als Referenten waren eingeladen: Olaf Breidbach (Jena), Stephen Hiltgartner (Ithaca/N.Y.), Andreas Mayer (Berlin), Jochen Brüning (Berlin), Ulrike Baureithel (Berlin), Andreas Korn-Müller (Dresden), Annette Wunschel (Berlin) sowie die JA-Mitglieder Henning Schmidgen und Rainer Maria Kiesow. Die Beiträge wurden anschließend in einem Sammelband publiziert.

Programm

 
 
 
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