Autonomie

Die Arbeitsgruppe

Welche Zwecke verfolgt die Charakterisierung von Menschen, Tieren und komplexen Systemen als "autonom"? Denn offensichtlich handeln so genannte "intelligente" oder "selbststeuernde" Maschinen und Computerprogramme – und seien sie noch so komplex – nicht in der gleichen Weise autonom wie Menschen oder auch Primaten. Welche disziplinär verschiedenen Verwendungsweisen von "Autonomie" und verwandten Begriffen wie Selbststeuerung sind möglich? Nach der Auseinandersetzung mit dieser Frage untersuchte die Arbeitsgruppe, inwieweit ein Autonomiegrad definiert und ermittelt werden kann. Im Hinblick auf technische Systeme führte dies konsequenterweise zu der Frage, welcher Autonomiegrad sinnvoll ist und gesellschaftlich akzeptiert wird.
Thematische Schwerpunkte der Forschungsarbeit waren:

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Komplexe Systeme und Autonomie

Kernidee von "intelligenten" Gegenständen ist, dass diese Informationen verarbeiten, Entscheidungen treffen und deren Ausführung veranlassen können. Die Maschinen müssten also Entscheidungsalternativen situationsgemäß kennen, diese bewerten und sich für eine entscheiden, so dass ihre (fremdbestimmten) Ziele bestmöglich erreicht werden. Durch die Dezentralisierung von Entscheidungsprozessen könnten Ziele zum Beispiel in Produktion und Logistik erfolgreicher organisiert werden. Im Vordergrund der Diskussion innerhalb der AG Autonomie standen technische, weniger ethische Zwecke, obwohl sich auch Fragen der Zurechenbarkeit und Haftung für die Entscheidungen und Handlungen komplexer Systeme stellen.

Menschen und Autonomie

In unmittelbarem Zusammenhang mit ethischen Fragen steht die Frage nach der Natur menschlicher Autonomie. Moralische Verantwortung beispielsweise ist gekoppelt an das Vorhandensein von Autonomie. Darüber hinaus wollen wir wissen, was es mit unserer Selbstbestimmung auf sich hat: Was macht Entscheidungen zu unseren Entscheidungen? Dabei ist zum einen schon die prinzipielle Möglichkeit selbst bestimmten Entscheidens und Handelns fragwürdig (Freiheitsproblematik). Zum anderen aber ist umstritten, wie die Natur selbst bestimmten Handelns zu deuten ist: Handeln wir letztlich selbstbestimmt, wenn wir vollständig rational handeln (Kantische Sichtweise)? Oder handeln wir selbstbestimmt, wenn wir unseren (tiefsten?) Wünschen entsprechend handeln (Humesche Sichtweise)? Viele Gesellschaften sehen es als ihr Kernziel an, persönliche Autonomie zu garantieren. So bekommen die Fragen nach der Autonomie des Menschen auch eine politische Dimension.

 

Mitglieder

  • Katja Windt

    Ansprechpartnerin

    Katja Windt
    Maschinenbau / Produktionstechnik
    Jacobs University gGmbH, Bremen
    Katja Windt zur Person
  • Felix Thiele

    Felix Thiele
    Philosophie
    Europäische Akademie GmbH, Bad-Neuenahr-Ahrweiler
    Felix Thiele zur Person
  • Gerhard Ernst

    Gerhard Ernst
    Philosophie
    Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg
    Gerhard Ernst zur Person
  • Jörg Müssig

    Jörg Müssig
    Werkstoffwissenschaften
    Hochschule Bremen - University of Applied Sciences
    Jörg Müssig zur Person
 
 
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