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Preisträger 2002
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1. Preis
(5.000 EUR)
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„Was wollen wir wissen?“
(Texte und Zeichnungen von Kindern) von Angela Fritzen, Nina
Stressenreuter und Jens Grünewald, Düsseldorf
Angela Fritzen
geboren 1976 in Bonn, Abitur, Ausbildung zur staatlich geprüften
Assistentin für Grafik und Design. Seit 1998 Studium an der
Fachhochschule Düsseldorf, Fachbereich Kommunikationsdesign.
Schwerpunkte: Illustration und Typografie (Buchgestaltung und Anzeigen-/Plakatgestaltung).
Zur Zeit Diplomarbeit zum Thema Smalltalk und Tätigkeit
als freie Grafikerin.
Nina Stressenreuter
geboren 1973 in Mettmann, Abitur, Ausbildung zur Hotelfachfrau,
zweieinhalbjähriger Auslandsaufenthalt in London. Seit 1999
Studium an der Fachhochschule Düsseldorf, Fachbereich Kommunikationsdesign.
Schwerpunkte: Typografie (Corporate-Design und Buchgestaltung) und
Fotografie. 2002: 2. Platz im Plakatwettbewerb für den Volksverein
Mönchengladbach. Tätigkeit als freie Grafikerin.
Jens Grünewald:
geboren 1971 in Gütersloh, Ausbildung zum Drucker, Fachabitur.
Seit 1999 Studium an der Fachhochschule Düsseldorf, Fachbereich
Kommunikationsdesign. Schwerpunkte: Typografie (Corporate-Design
und Buchgestaltung) und Illustration. Tätigkeit als freier
Grafiker.
„Zur Beantwortung der Preisfrage der Jungen Akademie wandten
sich die Preisträger an einen anderen Ort des Lehrens und Lernens,
dessen philosophische Dignität bisweilen unterschätzt
wird: eine vierte Grundschulklasse. Aus dem gesammelten Material
der Fragen, Geschichten und Zeichnungen haben die Preisträger
ein wunderschönes, grafisch gestaltetes Buch gemacht, in dem
man gerne und mit Schmunzeln blättert. Die vermeintlich einfachen
und naiven Fragen von Kindern zeugen von der Rastlosigkeit und Offenheit
menschlicher Neugierde, aber auch von unserer Irritation und unserem
Un-Wissen. Die kurzen Erzählungen und Geschichten der Kinder
über verschiedenste (Alltags-) Phänomene, die sie nicht
wissen, aber gerne wissen wollen, wurden so bearbeitet, dass die
Texte in ihrer prägnanten Verknappung an die abgründigen
Prosafragmente eines Franz Kafka oder eines Thomas Bernhard erinnern.“
(Aus der Laudatio zur Preisverleihung am 28. Juni 2003)
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2. Preis
(2.500 EUR)
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„Bericht an das Generalsekretariat der Vereinten Nationen zur
Lage in Omniscientia“
(Erzählung) von Eva Gilmer, Frankfurt am Main
geboren 1965 in Aschaffenburg. 1986 bis 1989 Studium der Psychologie
in Darmstadt; 1995-2002 Studium der Philosophie, Neuere Deutsche
Literaturwissenschaft
und Psychoanalyse in Frankfurt am Main. Dazwischen u.a. tätig
als Flugbegleiterin bei der Deutschen Lufthansa AG
und Ausbildung zur Buchhändlerin. Seit 1999 auch Arbeit als
Übersetzerin hauptsächlich wissenschaftlicher
Literatur, Koautorin eines Radiofeatures über romantische Strömungen
in der Gegenwartskunst und eines Essays über die Situation
der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Seit April 2003 Lektorin
für Wissenschaft im Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main. Daneben
Arbeit an einer Dissertation zur Theorie der Emotionen.
„Der Bericht an das Generalsekretariat der Vereinten Nationen
zur Lage in Omniscientia' ist eine brillant formulierte Erzählung,
die ein interessantes Gedankenexperiment vornimmt: Was wäre,
wenn es eine Maschine gäbe, die buchstäblich alles weiß?
Welche persönlichen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen
Folgen hätte die Allwissenheit? Im sachlichen Stil eines Inspektorenberichts
entwirft die Erzählung einen Staat, Omniscientia, dessen einzige,
aber unendlich kostbare Ressource Wissen ist. Die wohl bedenkenswerteste
Pointe des Gedankenexperiments gilt den psychischen Folgen potentieller
Allwissenheit. Eine Person in der Erzählung sagt: Wir
sind nicht darauf vorbereitet, all diese Dinge zu wissen. Auch wenn
wir immer gesagt haben, daß wir alles wissen wollen.' Es ist
diese Skepsis ohne jeden moralisierenden Unterton, die die Erzählung
zu einer solch herausragenden Antwort auf die Preisfrage macht.“
(Aus der Laudatio zur Preisverleihung am 28. Juni 2003)
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3. Preis
(1.500 EUR)
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„Was wollen wir wissen? Eine elektroakustische Annäherung
in 7.13“
(Klang-Stimmen-Collage) von Wolfgang Rojek, Berlin
geboren 1948 in Braunschweig. Berufsausbildung zum Mechaniker mit
Tätigkeit in einer Versuchs- und Entwicklungswerkstatt. Industrie-Design-Studium
an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
sowie Studium der Publizistik und Germanistik an der Freien Universität
Berlin. Freiberufliche Tätigkeit als Journalist und Autor für
Hörfunk und Fernsehen für die Redaktionen Kultur, Kirche,
Wissenschaft und Bildung, Schulfunk. Von 1988 bis 1991 Mitarbeiter
in der "Evangelischen Industriejugend", einer Bildungsstätte
für junge Industriearbeiter in Berlin. Zahlreiche Publikationen
und Features.
„Wolfgang Rojek verwendet zur Beantwortung der Preisfrage als
eher ungewöhnliche Form eine Klang-Stimmen-Collage. Es handelt
sich hierbei um eine eindrucksvolle elektroakustische Annäherung
an das Thema "Was wollen wir wissen". Auf geschickte Art
werden hier Synthesizer-Klänge mit der menschlichen Stimme
zusammengebracht, miteinander verschmolzen und verfremdet. Dabei
werden alltägliche Fragen zum Thema komplexen Fragen in verschiedenen
klanglichen Ebenen gegenübergestellt. Es entsteht eine Klangkomposition,
die fasziniert.“
(Aus der Laudatio zur Preisverleihung am 28. Juni 2003)
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Reden zur Preisverleihung
Festansprache zur Preisfrage
2002 von Wolf Lepenies
Rede zur Bekanntgabe der Preisträger
von Marin Korte

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Einsendungen
Bis zum Einsendschluss am 31.12.2002 haben uns
351 Antworten auf die Preisfrage 2002 erreicht. Wie im letzten Jahr machen
Texte den überwältigenden Anteil der Einsendungen aus: 250 Essays,
Gedichte, Erzählungen, Kurzgeschichten, Texte mit Abbildungen, Fragen,
Gespräche, dazu jeweils ein Brief, ein Kinderbuch, ein Roman und
ein Theaterstück sind eingegangen. Außerdem wurden 12 Skulpturen,
rund 40 Bilder (Gemälde, Fotografien, Collagen, Zeichnungen, Grafiken)
eingesandt, über 10 Medienkunstwerke (Videos, Websites, Präsentationen
u.a.), 7 (Raum-) Installationen (d.h. entsprechende Konzeptionen und Skizzen)
sowie eine Komposition.
Rund 64 der Antworten kamen aus Berlin - das sind 18%, also etwas weniger
als 2001 (21%) -, 24 aus den übrigen östlichen Bundesländern (7%, vgl.
2001: 8%), 244 aus den alten Bundesländern (70%, vgl. 2001: 62%).
Von den westlichen Bundesländern liegen wie auch letztes Jahr Nordrhein-Westfalen,
Baden-Württemberg und Bayern mit jeweils 75 bis 40 Einsendungen vorn.
Alle Bundesländer haben mindestens einen Beitrag geleistet. 18 Einsendungen
erreichten uns aus dem Ausland (5%, 2001 waren es 9%). Die meisten davon
aus Österreich, gefolgt von Groß-Britannien und Italien. Den weitesten
Weg legte ein Gedicht aus Venezuela zurück.
Der Anteil von Männern und Frauen unter den Antwortenden hat sich
gegenüber dem letzten Jahr verschoben. Antworteten letztes Jahr etwa
gleich viele Frauen wie Männer, beträgt der Anteil von Männern
dieses Jahr 63%, der von Frauen 37%. Der älteste Teilnehmer der Preisfrage
2002 ist - soweit das Alter der Teilnehmer uns bekannt ist - der vierundsiebzigjährige
Dieter Wild aus München, die jüngste Teilnehmerin ist die fünfzehnjährige
Rosa Preusdorff aus Ausacker.
Wie auch bei der letzten Preisfrage haben uns
auch diesmal Antworten von Kindern erreicht. Dazu gehören nicht nur
die Texte und Zeichnungen der Schülerinnen und Schüler der Klasse
4a an der Städtischen Katholischen Grundschule Viersen-Hamm, denen
die Preisträger die Preisfrage 2002 gestellt haben, sondern auch
50 Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren des Naturkindergarten Ulmenstraße
in Rosdorf. Die Mitarbeiterinnen des Kindergartens hatten den Kindern
die Preisfrage gestellt. Die für sie selbst "sehr erstaunliche"
Resonanz, auf die die Frage bei den Kindern gestoßen ist, haben
sie veranlasst, die Fragen in einen Fragekatalog zusammen zu fassen und
in diesem Jahr gemeinsam nach Antworten darauf zu suchen.
15 der 351 Einsendungen wurden von der siebenköpfigen
Jury für die Publikation in einem geplanten Katalog zur Preisfrage der
Jungen Akademie ausgewählt. Die dafür bestimmten Einsendungen, einschließlich
der drei prämierten Werke, sowie einige andere Arbeiten wurden der Öffentlichkeit
in einer Ausstellung im Rahmen des Festveranstaltung der Jungen Akademie
am 28. Juni 2003 in Berlin gezeigt.

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